Ziele setzen
17 min

Ziele setzen: vom Wunsch zum Ziel mit Zahl und Termin

Ziele setzen heißt entscheiden: Zustand, Zahl, Termin. Anleitung in sechs Schritten, drei Zielarten, Beispiele, Vorlage und Zielkette bis zum Tag.

Ein junger Mann sitzt morgens auf einem Holzsteg am See und schreibt mit einem Bleistift in ein Notizbuch auf seinen Knien.
Inhalt
  1. 01Ziele setzen heißt entscheiden: was eine Zielsetzung ist
  2. 02Wunsch, Vorsatz, Ziel, Aufgabe: vier Wörter, die jede Liste verwischt
  3. 03Welche drei Arten von Zielen es gibt: Ergebnis, Leistung, Prozess
  4. 04Wie setze ich mir Ziele: die Anleitung in sechs Schritten
  5. 05Das Beispiel: Sarahs drei Wünsche werden drei Ziele
  6. 06SMART in einem Absatz: was die Formel leistet und wo sie aufhört
  7. 07Was kann man sich für Ziele setzen? Beispiele für sechs Lebensbereiche
  8. 08Die drei Fehler, die niemand bemerkt
  9. 09Ziele setzen und erreichen: die Zielkette von Jahr bis Tag
  10. 10Ziele setzen Vorlage: ein Satz, fünf Felder, drei Prüffragen
  11. 11Häufige Fragen zum Ziele setzen

Ziele setzen heißt entscheiden, was am Ende eines Zeitraums anders sein soll, und das so aufzuschreiben, dass du an einem bestimmten Tag mit Ja oder Nein antworten kannst. Ein Ziel ist kein Wunschzettel. Ein Wunsch nennt eine Richtung, ein Ziel nennt einen Zustand mit Zahl und Termin. Wer „fitter werden“ aufschreibt, der hat einen Wunsch. Wer „10 Kilometer unter 60 Minuten am 14. Juni“ aufschreibt, der hat ein Ziel.

Drei Dinge brauchst du dafür: einen Zustand, eine Zahl und einen Termin. Dazu kommt eine vierte Sache, die auf fast keiner Liste steht, nämlich die Ebene, auf der du das Ziel selbst steuerst. Durchgerechnet wird das an Sarah, 34, Projektleiterin in einer Werbeagentur, die im Dezember drei Wünsche für das nächste Jahr hat und daraus drei Ziele macht. Dazu kommen die drei Arten von Zielen, eine Anleitung in sechs Schritten, Beispiele für sechs Lebensbereiche, die drei Fehler, an denen gute Ziele still scheitern, und eine Vorlage mit fünf Feldern.

Ziele setzen heißt entscheiden: was eine Zielsetzung ist

Eine Zielsetzung ist ein festgelegter Zustand in der Zukunft, den du erreichen willst, und zugleich der Vorgang, diesen Zustand festzulegen. Das Wort trägt beides: Du nimmst eine Zielsetzung vor, und am Ende hast du eine. Entscheidend ist das Wort festgelegt. Ein Ziel, das sich jede Woche ändert, ist kein Ziel, sondern eine Stimmung. Wer ein Ziel setzt, der sagt im selben Moment Nein zu allem, was nicht darauf einzahlt. Das ist der Teil, der weh tut, und der Teil, der wirkt.

Edwin Locke und Gary Latham haben die Zielsetzungstheorie seit 1968 in Hunderten von Studien geprüft und 1990 in „A Theory of Goal Setting and Task Performance“ zusammengefasst. Ihr zentraler Befund: Spezifische und anspruchsvolle Ziele führen zu besseren Leistungen als vage Ziele oder die Aufforderung, sein Bestes zu geben. Das klingt banal. Es widerspricht aber dem, was auf den meisten Listen steht, denn dort steht „mehr Sport“, „weniger Stress“, „besser organisiert sein“. Nichts davon ist spezifisch. Nichts davon ist anspruchsvoll, weil niemand prüfen kann, ob es erreicht wurde. Das bedeutet: Die Qualität eines Ziels entscheidet sich beim Aufschreiben, nicht beim Erreichen. Wie viel das Aufschreiben allein bewirkt, ist weniger klar, als viele Ratgeber behaupten, und die Belege prüft der Artikel über Ziele aufschreiben.

Zielsetzung, Ziel und Zielvereinbarung

Zielsetzung ist der Oberbegriff für das Festlegen eines Ziels und für das Ziel selbst. Ein Ziel ist der konkrete Zustand mit Zahl und Termin. Eine Zielvereinbarung ist ein Ziel, das zwei Seiten gemeinsam festlegen, etwa im Mitarbeitergespräch oder zwischen Partnern. Alle drei folgen derselben Regel: Am Termin muss die Antwort Ja oder Nein sein. Deshalb gelten die sechs Schritte unten für jede der drei Formen.

Wunsch, Vorsatz, Ziel, Aufgabe: vier Wörter, die jede Liste verwischt

Wünsche sind gut. Sie sind der Anfang jedes Ziels, und ohne sie gäbe es keine Richtung. Sie messen nur nichts. Dasselbe gilt für Vorsätze: Sie beschreiben ein Verhalten, nicht das Ergebnis. Die meisten Listen bestehen aus Wünschen oben und Aufgaben unten, und die Mitte fehlt. Genau in der Mitte sitzt das Ziel. Welches der vier Wörter steht auf deiner Liste am häufigsten?

BegriffWas es istSarahs BeispielWoran du es erkennst
WunschEine Richtung ohne Zustand„Ich will fitter werden“Keine Zahl, kein Termin, lässt sich nie abhaken
VorsatzEin Verhalten, das du dir vornimmst„Ab Januar laufe ich dreimal die Woche“Beschreibt den Weg, nicht das Ergebnis
ZielEin Zustand mit Zahl und Termin„10 Kilometer unter 60 Minuten beim Stadtlauf am 14. Juni“Am Termin ist die Antwort Ja oder Nein
AufgabeEin einzelner Schritt auf dem Weg„Laufschuhe kaufen, Trainingsplan ausdrucken“Dauert Minuten bis Stunden, erledigt oder nicht
Vier Begriffe, die oft in einen Topf wandern, an Sarahs erstem Wunsch

Alle vier gehören zusammen. Der Wunsch gibt die Richtung, das Ziel den Zustand, der Vorsatz den Weg, die Aufgabe den nächsten Schritt. Wer nur Wünsche hat, der weiß am Jahresende nicht, ob es gut gelaufen ist. Wer nur Aufgaben hat, der ist beschäftigt und weiß nicht, wofür. Kurz gesagt: Ziele setzen heißt, aus einem Wunsch einen Zustand zu machen und aus dem Zustand einen Vorsatz für diese Woche.

Welche drei Arten von Zielen es gibt: Ergebnis, Leistung, Prozess

Die Sportpsychologie unterscheidet drei Arten von Zielen, und die Einteilung passt weit über den Sport hinaus. Ein Ergebnisziel beschreibt, was am Ende da ist. Ein Leistungsziel beschreibt eine messbare Leistung auf dem Weg dorthin. Ein Prozessziel beschreibt, was du regelmäßig tust. Kevin Kingston und Lew Hardy haben 1997 an Golfern gezeigt, dass Prozessziele die Konzentration und das Vertrauen in die eigene Leistung stärker stützen als reine Ergebnisziele. Der Grund ist einfach: Das Ergebnis hängt zum Teil von Dingen ab, die du nicht steuerst. Den Prozess steuerst du ganz.

ArtFrageSarahs BeispielWie viel du steuerst
ErgebniszielWas ist am Ende anders?10 Kilometer unter 60 Minuten am 14. JuniTeilweise, Wetter, Form und Krankheit spielen mit
LeistungszielWelche messbare Leistung bringe ich bis wann?Bis 31. März 5 Kilometer ohne Gehpause, bis 31. Mai 8 KilometerWeitgehend
ProzesszielWas tue ich regelmäßig?Dienstag, Donnerstag und Samstag um 7 Uhr laufen, zwölf Wochen langVollständig
Die drei Arten von Zielen am selben Vorhaben

Welche Art nimmst du? Alle drei, nur auf verschiedenen Ebenen. Das Ergebnisziel ist das Jahresziel. Die Leistungsziele sind die Quartals- und Monatsziele, an denen du den Weg prüfst. Die Prozessziele sind die Wochen- und Tagesziele, die du tatsächlich abhakst. Wer nur das Ergebnisziel aufschreibt, der hat am 14. Juni eine Antwort und bis dahin nichts zu tun. Wer nur Prozessziele aufschreibt, der läuft brav dreimal die Woche und merkt im Mai nicht, dass das Tempo nicht reicht. Das bedeutet: Ein gutes Ziel ist eine Kette aus allen drei Arten.

Daneben gibt es die Einteilung nach Zeit in kurz-, mittel- und langfristige Ziele. Sie ist nicht falsch, aber sie sagt nur, wann etwas fällig ist, und nichts darüber, ob du es steuerst. Für die Planung ist die Frage nach der Steuerung die wichtigere, und sie ist der Grund, warum die Zielkette weiter unten fünf Ebenen hat statt drei Zeiträume. Wie kurzfristige und langfristige Ziele zusammenpassen, ist eine eigene Frage: Das kurzfristige trägt nur, wenn du es rückwärts aus dem langfristigen ableitest.

Wie setze ich mir Ziele: die Anleitung in sechs Schritten

Einmal im Jahr brauchst du dafür rund 45 Minuten, danach je Quartal zehn Minuten zum Nachjustieren. Bereit liegen ein Blatt oder eine Notiz, der Kalender des kommenden Jahres und eine ehrliche Zahl zu deinem Ausgangspunkt. Ohne Ausgangspunkt gibt es kein Ziel, sondern nur eine Hoffnung. So verteilst du die Zeit:

  1. Wünsche sammeln und auf drei kürzen, zehn Minuten

    Schreib alles auf, was im nächsten Jahr anders sein soll, ohne Zensur. Dann streich, bis drei übrig sind. Drei ist keine Zahl aus dem Bauch, sondern das, was neben Job, Familie und Alltag an Aufmerksamkeit bleibt. Wer sieben Ziele setzt, der verfolgt im März noch zwei. Sarah hat elf Wünsche notiert und drei behalten: fitter werden, Spanisch lernen, weniger arbeiten.

  2. Den Zustand benennen, zehn Minuten

    Für jeden Wunsch eine Frage: Woran sehe ich am Ende, dass es erreicht ist? Nicht „ich fühle mich fitter“, sondern ein Zustand, den auch eine andere Person bestätigen könnte. Aus „fitter werden“ wird „10 Kilometer am Stück laufen“. Aus „Spanisch lernen“ wird „ein Gespräch über meinen Beruf auf Spanisch führen“. Aus „weniger arbeiten“ wird „pünktlich Feierabend“.

  3. Zahl, Zählweise und Termin setzen, zehn Minuten

    Jeder Zustand bekommt eine Zahl, eine Art zu zählen und ein Datum. Die Zählweise ist der Teil, den fast alle vergessen: Woher kommt die Zahl am Termin? Bei Sarah aus der Startnummer beim Stadtlauf, aus dem Zertifikat der Sprachschule und aus der Zeiterfassung der Agentur. Eine Zahl, die niemand zählt, ist kein Ziel.

  4. Die Ebene wählen und in die drei Arten zerlegen, fünf Minuten

    Jedes Jahresziel ist ein Ergebnisziel. Darunter brauchst du mindestens ein Leistungsziel für das erste Quartal und ein Prozessziel für die erste Woche. Frag bei jeder Ebene: Steuere ich das selbst? Wenn nein, geh eine Ebene tiefer. Sarah steuert nicht, ob sie am 14. Juni gesund ist. Sie steuert, ob sie am Dienstag um 7 Uhr vor der Tür steht.

  5. Das Hindernis benennen und einen Wenn-dann-Plan schreiben, fünf Minuten

    Für jedes Ziel eine Frage: Was wird mich am häufigsten davon abhalten? Schreib das Hindernis auf und dahinter einen Satz nach dem Muster „Wenn X passiert, dann tue ich Y“. Peter Gollwitzer hat diese Wenn-dann-Pläne 1999 als Implementation Intentions beschrieben und gezeigt, dass sie die Umsetzung von Zielen deutlich wahrscheinlicher machen. Das Hindernis verschwindet dadurch nicht. Du bist nur nicht mehr überrascht.

  6. Aufschreiben und das erste Wochenziel ableiten, fünf Minuten

    Trag jedes Ziel dort ein, wo du es wöchentlich siehst: in deine Ziel-App, in den Kalender, auf ein Blatt am Kühlschrank. Dann leite für die erste Woche genau ein Wochenziel je Jahresziel ab, so klein, dass es sicher passiert. Bei Sarah: ein Lauf von 3 Kilometern, eine Stunde Spanisch, an zwei Tagen um 17:30 Uhr der Laptop zu. Mehr nicht. Die erste Woche beweist nur, dass die Kette funktioniert.

Ablauf zum Ziele setzen in sechs Schritten: Wünsche auf drei kürzen, Zustand benennen, Zahl und Termin setzen, Ebene wählen, Hindernis und Wenn-dann-Plan, aufschreiben und erstes Wochenziel ableiten

Das Beispiel: Sarahs drei Wünsche werden drei Ziele

Sarah ist 34, Projektleiterin in einer Werbeagentur in Köln, Vertrag über 40 Stunden. Die Zeiterfassung zeigt für das letzte Quartal 48 Stunden im Wochenschnitt. Sie läuft gelegentlich, zuletzt 3 Kilometer in 21 Minuten, dann Gehpause. Spanisch hatte sie in der Schule bis Niveau A1, das ist 15 Jahre her. Im Dezember sitzt sie mit ihren elf Wünschen am Küchentisch und behält drei. So sehen sie nach den sechs Schritten aus:

WunschZielZahl heuteZahl am TerminTermin und Zählweise
Fitter werden10 Kilometer unter 60 Minuten beim Stadtlauf3 Kilometer in 21 Minuten, dann Gehpause10 Kilometer in 59:59 oder schneller14. Juni, offizielle Zeitmessung des Stadtlaufs
Spanisch lernenZertifikat B1 bestandenA1, 15 Jahre altB1 bestandenPrüfung am 21. November, Zertifikat der Sprachschule
Weniger arbeiten42 Stunden je Woche im Quartalsschnitt48 Stunden42 Stunden30. Juni, Zeiterfassung der Agentur
Sarahs drei Ziele mit Ausgangszahl, Zielzahl und Zählweise

Jetzt wird gerechnet, denn die drei Ziele hängen zusammen. Das dritte Ziel finanziert die ersten beiden mit Zeit. 48 Stunden weniger 42 Stunden sind 6 Stunden je Woche. Laufen kostet drei Einheiten zu 45 Minuten, also 2 Stunden 15 Minuten. Spanisch kostet fünf Einheiten zu 20 Minuten plus ein Tandemgespräch von 60 Minuten, also 2 Stunden 40 Minuten. Zusammen 4 Stunden 55 Minuten. Es bleiben 65 Minuten Puffer. Ohne die dritte Rechnung hätte Sarah zwei Ziele gesetzt, für die es in ihrer Woche keinen Platz gibt. Das bedeutet: Ziele konkurrieren um dieselben Stunden, und wer das nicht nachrechnet, der setzt Ziele gegen den eigenen Kalender.

Dann das Hindernis. Bei Sarah ist es immer dasselbe: Um 17:15 Uhr ruft ein Kunde an, und aus dem Anruf werden zwei Stunden. Ihr Wenn-dann-Plan lautet: Wenn nach 17 Uhr eine Anfrage kommt, dann antworte ich mit einem Termin für den nächsten Vormittag, nicht mit der Lösung. Für das Laufen heißt das Hindernis Regen um 7 Uhr. Wenn es regnet, dann laufe ich die kurze Runde von 20 Minuten statt gar nicht. Für Spanisch heißt es Müdigkeit am Abend. Wenn ich um 21 Uhr zu müde bin, dann höre ich eine Lektion im Bett, statt eine zu schreiben. Keiner der drei Pläne ist heldenhaft. Alle drei verhindern, dass ein Tag die Kette unterbricht.

Was ein Wenn-dann-Plan ist

Ein Wenn-dann-Plan verbindet eine konkrete Situation mit einer konkreten Handlung: „Wenn es Dienstag 7 Uhr ist, dann ziehe ich die Laufschuhe an.“ Die Entscheidung ist damit schon getroffen, bevor die Situation eintritt, und Willenskraft wird im Moment nicht mehr gebraucht. Gabriele Oettingen hat diese Pläne mit dem Blick auf das Hindernis zur WOOP-Methode verbunden: Wunsch, Ergebnis, Hindernis, Plan. Für dein Ziel heißt das: Der Plan für den schlechten Tag gehört zum Ziel, nicht zur Ausrede.

SMART in einem Absatz: was die Formel leistet und wo sie aufhört

Die SMART-Formel geht auf George T. Doran zurück, der sie 1981 in der Zeitschrift Management Review vorstellte: spezifisch, messbar, erreichbar, relevant, terminiert. Als Prüfliste ist sie gut, und die Schritte zwei und drei oben sind nichts anderes als das S, das M und das T. Nur beantwortet SMART zwei Fragen nicht. Sie sagt nicht, welches Ziel es wert ist, gesetzt zu werden, denn ein perfekt SMART formuliertes Ziel kann trotzdem das falsche sein. Und sie sagt nichts über die Ebene, auf der du steuerst, denn „10 Kilometer unter 60 Minuten am 14. Juni“ ist vollständig SMART und trotzdem nur ein Ergebnisziel ohne Dienstagmorgen. Wer die fünf Kriterien an fertigen Beispielen durchgehen will, der findet sie unter SMART-Ziele Beispiele. Hier reicht der Satz: SMART prüft die Formulierung, nicht die Wahl und nicht den Weg.

Was kann man sich für Ziele setzen? Beispiele für sechs Lebensbereiche

Die Antwort auf die Frage nach Beispielen für die eigenen Ziele ist immer dieselbe Bewegung: vom Wunsch zum Zustand mit Zahl, Termin und Zählweise. Die sechs Bereiche unten decken das meiste ab, was auf Listen im Dezember steht. Die mittlere Spalte ist, was die meisten aufschreiben. Die rechte Spalte ist, was sich am Termin abhaken lässt. Welche Spalte sieht deiner Liste ähnlicher?

BereichWunschZiel mit Zahl, Termin und Zählweise
GesundheitBesser schlafenIn 25 von 31 Nächten im März vor 23 Uhr im Bett, Haken im Kalender
BerufMehr VerantwortungBis 30. September die Leitung eines Kundenprojekts mit mindestens drei Personen übernommen, bestätigt im Mitarbeitergespräch
FinanzenMehr sparenBis 31. Dezember 3.600 Euro auf dem Tagesgeldkonto, 300 Euro je Monat per Dauerauftrag am Ersten
LernenSpanisch lernenZertifikat B1 am 21. November bestanden
BeziehungenMehr Zeit mit FreundenVon Januar bis Juni zwölf Abende mit Freunden, je zwei im Monat, als Termin im Kalender
ZuhauseWeniger ChaosBis 31. März alle sechs Schränke in Flur und Küche ausgeräumt und neu sortiert, einer je zwei Wochen
Beispiele für Ziele in sechs Lebensbereichen, jeweils als Wunsch und als Ziel

Das Muster in der rechten Spalte ist immer gleich: eine Zahl, ein Datum und eine Stelle, an der die Zahl steht. Für Paare und Familien gilt dasselbe mit einem Zusatz, nämlich dass beide die Zahl kennen. „Mehr Zeit zu zweit“ ist ein Wunsch. „Zwei Abende im Monat ohne Kinder, der erste am 10. Januar“ ist ein gemeinsames Ziel. Für Teams gilt es ebenso: „Besserer Service“ ist ein Wunsch, „Antwort auf jede Kundenanfrage innerhalb von 24 Stunden, gemessen im Ticketsystem, ab 1. April“ ist ein Ziel. Wer ein Ziel nicht in diese Form bringt, der hat noch keinen Zustand gefunden, sondern erst eine Richtung. Wer mehr Zielsätze in dieser Form braucht, findet 100 davon in der 100-Ziele-Liste aus zehn Lebensbereichen.

Wie viele Ziele du dir setzen solltest

Drei je Jahr, höchstens. Nicht, weil mehr verboten wäre, sondern weil Ziele um dieselben Stunden konkurrieren. Sarahs Rechnung oben zeigt es: Drei Ziele haben zusammen 4 Stunden 55 Minuten je Woche gebraucht, und die Woche hatte 6 Stunden dafür. Ein viertes Ziel hätte eines der drei verdrängt, ohne dass sie es gemerkt hätte. Die ausführliche Begründung steht im Beitrag Warum drei Ziele genug sind.

Die drei Fehler, die niemand bemerkt

Ziele scheitern selten laut. Sie scheitern leise im Februar, und keiner der drei Fehler fühlt sich beim Setzen wie ein Fehler an. Im Gegenteil, jeder fühlt sich wie Ehrgeiz an. Welcher ist deiner?

  • Zu viele Ziele auf einmal. Elf Wünsche sind ein guter Anfang und ein schlechtes Ende. Wer elf Ziele setzt, der hat elf Gründe, keines davon heute anzufangen. Die Lösung ist nicht Disziplin, sondern Streichen bis drei.
  • Ein Ergebnisziel ohne Prozessziel darunter. „10 Kilometer am 14. Juni“ ist ein gutes Jahresziel und eine schlechte Anweisung für Dienstagmorgen. Ohne Prozessziel entscheidet jeder Morgen neu, ob gelaufen wird, und der Morgen entscheidet fast immer dagegen. Jedes Jahresziel braucht ein Wochenziel, das diese Woche passiert.
  • Kein Termin fürs Prüfen. Ein Ziel, das am 1. Januar gesetzt und am 31. Dezember geprüft wird, hat elf Monate lang keinen Kontakt zur Wirklichkeit. Wer nur am Jahresende misst, der erfährt vom Scheitern, wenn nichts mehr zu ändern ist. Ein Blick je Quartal auf die Zahl reicht, und er dauert zehn Minuten.

Der häufigste Fehler: Ziele setzen wie eine Wunschliste

Die Liste im Dezember ist lang, weil Wünschen nichts kostet. Jeder Eintrag fühlt sich wie ein Anfang an, und niemand streicht gern, was sich gut anhört. Ohne Frage verwandelt sich so jede Zielliste in eine Wunschliste, denn ein Wunsch braucht keine Zahl und keinen Termin und bleibt deshalb bequem. Das bedeutet: Die Länge der Liste ist das sicherste Zeichen, dass noch keine Entscheidung gefallen ist. Wer drei Ziele mit Zahl und Termin hat, der hat entschieden. Wer elf Wünsche hat, der hat gehofft.

Ziele setzen und erreichen: die Zielkette von Jahr bis Tag

Ziele setzen und Ziele erreichen sind zwei verschiedene Tätigkeiten, und die zweite scheitert fast immer an der ersten. Ein Jahresziel, das nicht bis zum Dienstag heruntergebrochen ist, lässt sich nicht erreichen, weil es keinen Tag gibt, an dem es dran wäre. Die Zielkette löst das mit fünf Ebenen: Jahr, Quartal, Monat, Woche, Tag. Jede Ebene beantwortet eine andere Frage, und jede hängt an der Ebene darüber. Das Jahresziel ist das Ergebnis. Quartal und Monat sind Leistungsziele mit Zahl. Woche und Tag sind Prozessziele, die du abhakst. So sieht Sarahs erste Kette aus:

EbeneSarahs ZielArtGeprüft am
Jahr10 Kilometer unter 60 Minuten beim StadtlaufErgebnisziel14. Juni, Zielzeit
Quartal 15 Kilometer ohne GehpauseLeistungsziel31. März, Lauf mit Uhr
Monat JanuarZwölf Läufe, der längste 4 KilometerLeistungsziel31. Januar, Trainingslog
WocheDrei Läufe am Dienstag, Donnerstag und SamstagProzesszielSonntagabend, drei Haken
TagDienstag 7 Uhr, 25 Minuten, Schuhe stehen seit Montagabend an der TürProzesszielDienstag 7:30 Uhr, ein Haken
Sarahs Zielkette für das erste Ziel, vom Ergebnis bis zum Dienstagmorgen
Zielkette mit fünf Ebenen von Jahr bis Tag an Sarahs Laufziel: 10 Kilometer am 14. Juni, 5 Kilometer bis Ende März, zwölf Läufe im Januar, drei Läufe je Woche, Dienstag 7 Uhr

Die Kette hat eine Eigenschaft, die beim Setzen oft übersehen wird: Sie prüft sich selbst. Am 31. Januar sieht Sarah zwölf Haken oder weniger. Am 31. März läuft sie 5 Kilometer oder nicht. Sie erfährt im Januar, ob der Juni realistisch ist, und nicht im Juni. Wer ein Jahresziel setzt, der setzt damit auch das Quartalsziel, das Monatsziel und das erste Wochenziel, sonst ist das Jahresziel nur ein Wunsch mit Datum. Wie du den Weg vom Jahr zum Tag für alle drei Ziele planst, zeigt die Anleitung zur Jahresplanung, und wie ein Tagesziel formuliert sein muss, damit es abends einen Haken bekommt, steht im Beitrag zu Tageszielen.

In Gaapp ist genau diese Kette das Grundgerüst: fünf Ebenen, jedes Ziel hängt in der Regel an einem größeren, und der Fortschritt je Zeitraum ist der Anteil der erledigten Ziele. Ein feiner Strich zeigt daneben, wie viel der Zeit schon vergangen ist. Wer am 31. Januar sieht, dass 100 Prozent des Monats vorbei sind und 75 Prozent der Läufe gemacht, der weiß, was im Februar zu tun ist, ohne nachzudenken. Alles, was danach kommt, nämlich die Wochenreflexion, das Nachjustieren und das Streichen, gehört zum Erreichen und steht im Pillar Ziele erreichen. Hier geht es nur darum, dass das, was du setzt, überhaupt erreichbar gebaut ist.

Ziele setzen Vorlage: ein Satz, fünf Felder, drei Prüffragen

Die Vorlage passt auf eine Karteikarte oder in eine Notiz und wird je Ziel einmal ausgefüllt. Der Satz oben fasst alles zusammen, die fünf Felder darunter zerlegen ihn. Die dritte Spalte zeigt Sarahs Einträge für ihr erstes Ziel, damit du siehst, wie knapp ein Eintrag sein darf.

FeldFrageSarahs Eintrag
Der SatzBis wann ist was in welcher Zahl anders?Am 14. Juni laufe ich beim Stadtlauf 10 Kilometer unter 60 Minuten
ZustandWoran sieht eine andere Person, dass es erreicht ist?Zielzeit auf der Ergebnisliste des Stadtlaufs
Zahl und ZählweiseWelche Zahl heute, welche am Termin, wer zählt?Heute 3 Kilometer in 21 Minuten, am Termin 10 Kilometer in 59:59, offizielle Zeitmessung
Hindernis und Wenn-dann-PlanWas hält mich am häufigsten ab, und was tue ich dann?Regen um 7 Uhr. Wenn es regnet, dann die kurze Runde von 20 Minuten
Erstes WochenzielWas passiert diese Woche sicher?Ein Lauf von 3 Kilometern am Dienstag um 7 Uhr
Vorlage zum Ziele setzen mit fünf Feldern, ausgefüllt mit Sarahs erstem Ziel

Bevor du die Karte weglegst, stellst du jedem Ziel drei Prüffragen. Wer alle drei mit Ja beantwortet, der ist fertig. Wer bei einer stockt, der hat das Feld gefunden, das noch fehlt:

  1. Kann eine andere Person am Termin mit Ja oder Nein antworten, ohne dich zu fragen? Wenn nein, fehlt der Zustand oder die Zählweise.
  2. Steht in deinem Kalender für diese Woche etwas, das nur wegen dieses Ziels dort steht? Wenn nein, fehlt das Prozessziel, und das Jahresziel hängt in der Luft.
  3. Weißt du, was du am ersten schlechten Tag tust? Wenn nein, fehlt der Wenn-dann-Plan, und der erste Regen beendet die Kette.

Drei Fragen zum Schluss, an die Liste, die du heute schon hast:

  • Wie viele Einträge stehen darauf, und wie viele davon haben eine Zahl und ein Datum?
  • Könntest du für jeden Eintrag sagen, was in dieser Woche dafür passiert?
  • Hast du beim Aufschreiben irgendetwas gestrichen?

Wer die erste Frage mit „mehr als drei“ beantwortet, die zweite mit „nicht für alle“ und die dritte mit „nein“, der hat noch keine Ziele gesetzt, sondern Wünsche gesammelt. Das ist kein Vorwurf, es ist der erste Schritt. Kurz gesagt: Ziele setzen ist keine Wunschliste für das Jahr, sondern eine Entscheidung mit Zahl, Datum und einem Dienstagmorgen.

Häufige Fragen zum Ziele setzen

Was sind Beispiele für meine Ziele?

Gute Beispiele haben immer eine Zahl, ein Datum und eine Stelle, an der die Zahl steht: „In 25 von 31 Nächten im März vor 23 Uhr im Bett“, „Bis 31. Dezember 3.600 Euro auf dem Tagesgeldkonto“, „Zertifikat B1 am 21. November bestanden“. Nimm deinen Wunsch und frag, woran eine andere Person am Termin sehen würde, dass er erfüllt ist. Diese Antwort ist dein Ziel.

Was kann man sich für Ziele setzen?

Alles, was sich in einen Zustand mit Zahl und Termin bringen lässt: Gesundheit, Beruf, Finanzen, Lernen, Beziehungen, Zuhause. Entscheidend ist nicht der Bereich, sondern die Anzahl. Drei Ziele je Jahr sind die Obergrenze, weil sie um dieselben Stunden in deiner Woche konkurrieren. Wer mehr setzt, der verfolgt im März noch zwei davon.

Welche drei Arten von Zielen gibt es?

Ergebnisziele, Leistungsziele und Prozessziele. Ein Ergebnisziel beschreibt, was am Ende da ist, etwa 10 Kilometer unter 60 Minuten. Ein Leistungsziel beschreibt eine messbare Leistung auf dem Weg, etwa 5 Kilometer ohne Pause bis Ende März. Ein Prozessziel beschreibt, was du regelmäßig tust, etwa drei Läufe je Woche. Ein gutes Ziel hat alle drei Arten, verteilt auf Jahr, Quartal und Monat sowie Woche und Tag.

Was versteht man unter einer Zielsetzung?

Eine Zielsetzung ist ein festgelegter Zustand in der Zukunft, den du erreichen willst, und zugleich der Vorgang, diesen Zustand festzulegen. Festgelegt heißt: mit Zahl, Termin und einer Art zu zählen, sodass am Termin die Antwort Ja oder Nein ist. Eine Zielvereinbarung ist dieselbe Sache, nur von zwei Seiten gemeinsam festgelegt.

Wie viele Ziele sollte ich mir setzen?

Drei je Jahr, höchstens. Ziele konkurrieren um dieselben Stunden, und wer das nachrechnet, der merkt schnell, dass eine normale Woche für drei Ziele rund fünf bis sechs Stunden hat. Ein viertes Ziel verdrängt eines der drei, ohne dass du es merkst. Lieber drei Ziele mit Zahl und Termin als elf Wünsche ohne.

Wie formuliere ich ein Ziel richtig?

In einem Satz nach dem Muster „Bis wann ist was in welcher Zahl anders?“, etwa „Am 14. Juni laufe ich beim Stadtlauf 10 Kilometer unter 60 Minuten“. Dann prüfst du drei Dinge: Kann eine andere Person am Termin mit Ja oder Nein antworten? Steht diese Woche etwas im Kalender, das nur wegen dieses Ziels dort steht? Weißt du, was du am ersten schlechten Tag tust? Fehlt eine Antwort, fehlt ein Teil des Ziels.

Zuletzt aktualisiert: 19. Oktober 2026

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