Führung & Teams
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OKR-Methode: einfach erklärt, mit Beispielen und Vorlage

OKR-Methode einfach erklärt: Objective und Key Results, Zyklus, Bewertung, sieben Beispiele für Beruf und privat, Kritik und Vorlage für dein Quartal.

Drei Kollegen besprechen gemeinsam Unterlagen an einem Arbeitstisch. Illustrative Teamszene, kein Porträt der im Artikel beschriebenen Lena.
Inhalt
  1. 01Wofür steht OKR?
  2. 02Die OKR-Methode einfach erklärt: der Zyklus
  3. 03Woher die OKR-Methode kommt
  4. 04Die vier Säulen der OKR-Methode: Doerrs Superkräfte
  5. 05Wie formuliere ich gute OKR?
  6. 06OKR-Beispiele: sieben Objectives mit Key Results
  7. 07OKR vs. KPI, SMART und Zielkette: was ist der Unterschied?
  8. 08Kritik an der OKR-Methode und typische Fehler
  9. 09OKR für Einzelpersonen: die Zielkette vom Jahr bis zum Tag
  10. 10OKR-Vorlage
  11. 11Häufige Fragen zur OKR-Methode

Die OKR-Methode ist eine Art, Ziele zu setzen: Du beschreibst in einem Satz, wohin du willst, und legst zwei bis fünf Zahlen fest, an denen du erkennst, ob du angekommen bist. OKR steht für Objectives and Key Results, auf Deutsch Ziele und Schlüsselergebnisse. Die Methode stammt aus Unternehmen, funktioniert aber genauso für eine einzelne Person mit einem Quartal vor sich.

Hier bekommst du die OKR-Methode einfach erklärt, an einem Beispiel, das sich durch den Artikel zieht. Lena, selbstständige Designerin, plant ihr viertes Quartal. Dazu sieben OKR-Beispiele für Beruf und privat, die Abgrenzung zu KPI und SMART, die Kritik, eine Vorlage und eine ehrliche Antwort darauf, wann OKR für dich allein nicht passt.

Wofür steht OKR?

OKR ist die Abkürzung für Objectives and Key Results. Ein OKR hat zwei Teile.

  • Objective, das Ziel. Ein qualitativer Satz, der eine Richtung beschreibt und hinter dem du stehst. Er enthält keine Zahl.
  • Key Results, die Schlüsselergebnisse. Messbare Größen mit Startwert und Zielwert, an denen du erkennst, ob das Objective erreicht ist. Zwei bis fünf je Objective.

Lena arbeitet seit drei Jahren als selbstständige Designerin. Sie hat viele kleine Aufträge und weiß nie, was im nächsten Quartal kommt. Ihr Objective für das vierte Quartal lautet: Ich baue eine planbare Auftragslage mit Wunschkunden auf. Die Key Results machen daraus etwas Überprüfbares.

  • Der Umsatzanteil aus Projekten über 5.000 Euro steigt von 20 auf 50 Prozent.
  • Die Anfragen über die eigene Website steigen von 1 auf 3 pro Monat.
  • Zwei Kunden zahlen eine monatliche Pauschale statt pro Auftrag, heute sind es null.

„Portfolio aktualisieren“ steht nicht dabei. Das ist eine Aufgabe, und Aufgaben kommen später, in der Wochenplanung. OKR beschreibt das Ergebnis, nicht den Weg.

Baumdiagramm eines OKR. Oben das Objective „Neue Kundinnen finden mich über meine Website, nicht über Werbung“, darunter drei Key Results mit Startwert und Zielwert (Anfragen über die Website pro Monat 2 auf 6, veröffentlichte Projektbeispiele 3 auf 10, Newsletter-Abonnenten 180 auf 500), darunter drei Initiativen.
So ist ein OKR aufgebaut. Das Diagramm zeigt ein zweites Beispiel, ein Website-Objective mit drei Key Results und den Initiativen darunter.

Die OKR-Methode einfach erklärt: der Zyklus

Die Methode ist ein Kreislauf mit festem Rhythmus, meist ein Quartal. Drei Monate sind lang genug, um etwas zu verändern, und kurz genug, um einen Irrtum zu korrigieren.

  1. Setzen. Am Anfang des Quartals formulierst du ein bis drei Objectives mit ihren Key Results, jedes mit Startwert. Lena hat eines, das reicht.
  2. Check-in. Einmal pro Woche trägst du für jedes Key Result den aktuellen Wert ein. Ein kurzer Abgleich, kein Meeting.
  3. Bewerten. Am Ende des Quartals bekommt jedes Key Result eine Zahl zwischen 0 und 1,0.
  4. Retro und neu setzen. Was hat die Zahl bewegt, was nicht, was lernst du daraus? Danach beginnt der nächste Zyklus mit neuen oder angepassten OKR.

Für die Bewertung gibt es eine Rechenregel. Erreichter Wert minus Startwert, geteilt durch Zielwert minus Startwert. Lena landet beim Umsatzanteil bei 40 statt 50 Prozent. Von 20 auf 40 sind 20 von 30 Punkten, also 0,67. Wer stattdessen 40 durch 50 teilt, kommt auf 0,8 und bewertet sich zu gut.

0,7 gilt bei ambitionierten Zielen als gut. Bei Google, wo die Methode bekannt wurde, gelten 0,6 bis 0,7 bei anspruchsvollen OKR als Erfolg. Wer regelmäßig 1,0 erreicht, hat zu niedrig gezielt. Deshalb unterscheidet die Methode zwei Arten von OKR.

  • Committed OKR sind verbindlich, erwartet wird 1,0. Für Lena wäre das ein Key Result wie „Der Quartalsumsatz liegt bei mindestens 15.000 Euro“. Ein Ergebnis mit Zahl, kein Häkchen.
  • Aspirational OKR sind Stretch-Ziele. Sie beschreiben, was möglich wäre, wenn vieles gut läuft, und 0,7 ist ein gutes Ergebnis. Lenas Objective ist ein Aspirational OKR. Zwei Pauschalkunden in drei Monaten sind ehrgeizig. Gewinnt sie einen, ist das ein Fortschritt, keine Niederlage. Eins von jeder Art pro Quartal ist ein guter Start.

Woher die OKR-Methode kommt

Andy Grove entwickelte die Methode in den 1970er Jahren bei Intel aus dem Management by Objectives weiter, einem Ansatz, bei dem Führungskräfte Ziele mit ihren Mitarbeitern vereinbaren. John Doerr, Investor bei Kleiner Perkins, brachte sie 1999 zu Google. 2018 beschrieb er sie im Buch „Measure What Matters“, auf Deutsch erschienen als „OKR: Objectives & Key Results“. Es ist das eine Buch zur Methode, handelt aber von Unternehmen.

Die vier Säulen der OKR-Methode: Doerrs Superkräfte

Wer nach den vier Säulen der OKR-Methode sucht, findet je nach Quelle unterschiedliche Listen. Die bekannteste Fassung stammt von John Doerr, der in seinem Buch vier „Superkräfte“ beschreibt. Sie erklären nicht, wie OKR aufgebaut ist, sondern warum die Methode wirkt.

  • Fokus. Wenige Ziele statt vieler. Lena könnte im Quartal auch die Website neu bauen und einen Kurs anfangen. Sie tut es nicht.
  • Ausrichtung (Alignment). Alle Ziele zeigen in dieselbe Richtung. Im Team hängt das Objective der Abteilung am Objective des Unternehmens. Bei Lena hängt das Quartalsziel an ihrem Jahresziel.
  • Verfolgung (Tracking). Der wöchentliche Check-in. Ohne ihn wären OKR ein Vorsatz, mit ihm sind sie eine Messung.
  • Anspruch (Stretching). Ziele, die etwas höher hängen, als es bequem wäre. Deshalb gilt 0,7 als gut und nicht als verfehlt.

Wie formuliere ich gute OKR?

Die Methode ist einfach, aber die Formulierung entscheidet, ob sie funktioniert. Sechs Regeln haben sich bewährt.

  • Wenige Objectives. Eine Person hat ein bis drei, ein Team drei bis fünf.
  • Key Results sind Ergebnisse, keine Aufgaben. „Newsletter versenden“ ist eine Aufgabe. „Öffnungsrate von 28 auf 35 Prozent“ ist ein Key Result. Die Prüffrage lautet: Kann ich das abhaken, ohne dass sich etwas verändert hat?
  • Messbar mit Startwert und Zielwert. „Mehr Anfragen“ ist kein Key Result. „Von 1 auf 3 Anfragen pro Monat“ ist eines. Wie du messbare Ziele sauber formulierst, zeigt der Artikel zu SMART-Zielen mit Beispielen.
  • Ambitioniert. Bist du beim Aufschreiben sicher, dass du es schaffst, setz den Zielwert höher.
  • Öffentlich. Im Team sehen alle die OKR aller. Allein zeigst du deine Ziele mindestens einer Person, die dich in Woche sechs danach fragt.
  • Kurzer Zyklus. Ein Quartal, bei kleinen Zielen ein Monat. Ein Jahr ist zu lang, weil du elf Monate keinen Druck spürst.

Die Formel von John Doerr

„Ich werde (Objective), gemessen an (Key Results).“ Für Lena: Ich werde eine planbare Auftragslage mit Wunschkunden aufbauen, gemessen an einem Umsatzanteil von 50 Prozent aus Projekten über 5.000 Euro, 3 Website-Anfragen pro Monat und 2 Pauschalkunden.

Aufgabe (so nicht)Key Result (so ja)
Portfolio aktualisierenWebsite-Anfragen von 1 auf 3 pro Monat
Dreimal pro Woche joggenLängster Lauf ohne Pause von 5 auf 15 Kilometer
Onboarding-Video drehenNutzer, die Schritt 3 im Onboarding erreichen, von 41 auf 70 Prozent

OKR-Beispiele: sieben Objectives mit Key Results

Vier Beispiele aus dem Beruf, drei private, jeweils für ein Quartal. Die Zahlen sind Größenordnungen, keine Vorgaben. Die Zeile Vertriebsmitarbeiter zeigt ein OKR-Beispiel für Mitarbeiter. Das eigene Objective hängt am Objective des Teams, und die Key Results sind der eigene Anteil an dessen Zahlen.

BereichObjectiveKey Results
MarketingUnser Blog wird zur wichtigsten Quelle für neue Kontakte.Organische Besucher pro Monat von 4.000 auf 8.000. Newsletter-Anmeldungen pro Monat von 60 auf 150. Anteil der Kontakte aus dem Blog von 10 auf 25 Prozent.
Vertrieb (Team)Neue Kunden entscheiden sich schneller.Tage vom Erstgespräch bis zur Unterschrift von 46 auf 30. Angebote, die zum Auftrag werden, von 25 auf 40 Prozent. Erstgespräche pro Woche von 12 auf 24.
VertriebsmitarbeiterMeine Angebote überzeugen schon nach dem ersten Gespräch.Angebote binnen 48 Stunden beim Kunden von 40 auf 90 Prozent. Meine Abschlussquote von 20 auf 35 Prozent. Meine Erstgespräche pro Woche von 3 auf 6.
Freelancerin (Lena)Ich baue eine planbare Auftragslage mit Wunschkunden auf.Umsatzanteil aus Projekten über 5.000 Euro von 20 auf 50 Prozent. Website-Anfragen von 1 auf 3 pro Monat. Pauschalkunden von 0 auf 2.
GesundheitIch bin fit genug für eine Wanderwoche in den Alpen.Längste Wanderung am Stück von 8 auf 20 Kilometer. Trainingseinheiten pro Woche von 0 auf 3. Höhenmeter an einem Tag von 300 auf 900.
FinanzenIch habe meine Ausgaben im Griff und einen Puffer auf dem Konto.Notgroschen von 800 auf 2.000 Euro. Feste monatliche Sparrate von 0 auf 400 Euro. Laufende Abos von 9 auf 4.
LernenIch kann mich auf Spanisch im Alltag verständigen.Aktiver Wortschatz von 200 auf 800 Wörter. Gespräche mit Muttersprachlern von 0 auf 12 im Quartal. Niveau im Einstufungstest von A1 auf A2.

OKR-Beispiele privat

Private OKR folgen denselben Regeln, aber die Fallen sind andere. Den Startwert misst privat niemand, der erste Schritt ist deshalb oft eine Messung. Ein Objective pro Quartal reicht neben Beruf und Familie. Und weil niemand nachfragt, wähle Key Results, die du in einer Minute nachschlagen kannst, Kilometer in der Uhr, Kontostand in der App. Eine Gewohnheit wie dreimal pro Woche trainieren darf ein Key Result sein, wenn ein zweites das Resultat misst, im Beispiel die 20 Kilometer am Stück.

OKR vs. KPI, SMART und Zielkette: was ist der Unterschied?

OKR vs. KPI

Ein KPI ist ein Key Performance Indicator, eine Kennzahl. Er misst den laufenden Zustand von etwas, hat kein Ablaufdatum und wird einfach weiter gemessen. Ein OKR beschreibt dagegen eine Veränderung mit Ablaufdatum, von 20 auf 50 Prozent bis Ende Dezember. Ein KPI wird zum Key Result, sobald er sich ändern soll. Lenas Umsatzanteil aus großen Projekten ist das ganze Jahr ein KPI, in diesem Quartal ist er ein Key Result. Der KPI ist das Thermometer, das OKR ist der Entschluss, die Temperatur zu ändern.

OKR vs. SMART

SMART ist ein Prüfraster für ein einzelnes Ziel, das spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert sein soll. OKR ist ein Rahmen, der mehrere Ziele über einen Zyklus verbindet und bewertet. Ein gutes Key Result ist fast immer SMART. Aber SMART sagt nichts darüber, wie viele Ziele du haben solltest. Und in einem Punkt widersprechen sich beide. SMART verlangt „realistisch“, ein Aspirational OKR ist bewusst nicht realistisch.

OKR vs. Zielkette

Eine Zielkette verbindet Zeithorizonte, vom Jahr über Quartal, Monat und Woche bis zum Tag, und jedes kleinere Ziel hat genau ein größeres über sich. OKR beschreibt ein einzelnes Glied dieser Kette, das Quartal. Die Zielkette fragt, was dein Jahresziel heute bedeutet. OKR fragt, woran du misst, ob dieses Quartal ein Erfolg war.

Kritik an der OKR-Methode und typische Fehler

Die Kritik an OKR ist berechtigt. Die meisten Probleme entstehen aber nicht durch die Methode, sondern durch ihre Anwendung.

  • Zu viele OKR. Fünf Objectives mit je fünf Key Results sind 25 Zahlen. Die Methode lebt vom Weglassen, und Weglassen ist der Teil, den die meisten überspringen.
  • Key Results als To-do-Liste. Wenn unter einem Objective „Website überarbeiten, Newsletter aufsetzen, drei Posts schreiben“ steht, ist das ein Projektplan. Am Ende ist alles erledigt, und nichts hat sich verändert.
  • OKR an Gehalt oder Bonus gekoppelt. Wer für 1,0 belohnt wird, setzt Ziele, die er sicher erreicht. Die 0,7 wird zur schlechten Note statt zur ehrlichen Auskunft. Doerr selbst rät von der Kopplung ab. Allein heißt das, dich für eine 0,6 nicht zu bestrafen.
  • Quartalsrhythmus für alles. Manche Ziele brauchen zwei Wochen, manche zwei Jahre. Ein Umzug oder ein Studium passen nicht in drei Monate. Dann ist das Quartal ein Zwischenschritt, kein Rahmen.
  • Tool vor Methode. Eine Software mit OKR-Funktion macht aus schlechten Zielen keine guten. Wer die Methode auf Papier nicht hinbekommt, bekommt sie auch in einer App nicht hin.

Dazu ein grundsätzlicher Einwand. OKR wurde für Organisationen mit Hunderten von Menschen entworfen. Alignment-Runden, Kaskadierung und Scoring-Meetings lösen Probleme, die eine Einzelperson nicht hat. Wer OKR allein nutzt, lässt diesen Teil weg.

OKR für Einzelpersonen: die Zielkette vom Jahr bis zum Tag

Fast alle Anleitungen erklären OKR für Unternehmen. Für eine Person ist die Methode eher einfacher, aber sie passt nicht für jedes Ziel. Sie passt, wenn sich dein Ziel in Zahlen fassen lässt, ohne dass die Zahl es verbiegt, wenn du etwas verändern willst, statt einen Zustand zu halten, und wenn du einmal pro Woche eine Viertelstunde nachschaust. Sie passt nicht für Gewohnheiten, dafür reicht ein Habit-Tracker, und nicht für „ein besserer Vater sein“, weil du dann eine Hilfsgröße optimierst statt das Ziel. Weißt du jetzt schon, dass du den wöchentlichen Blick nicht durchhältst, ist eine einfache Zielkette ohne Bewertung das bessere Werkzeug.

Anleitung in fünf Schritten: vom Jahresziel zur Handlung heute

Was der OKR-Literatur fehlt, ist die Verbindung nach oben zum Jahr und nach unten zu Monat, Woche und Tag. Diese Verbindung ist die Zielkette. Jede Ebene beantwortet die Frage, was die Ebene darüber jetzt bedeutet.

  1. Jahr = Richtung. Ein Satz, keine Zahl, und er wird nicht bewertet. Lena: „Ich lebe von wenigen, guten Kunden, die mich weiterempfehlen.“ Wie du diesen Satz findest, steht im Artikel zur Jahresplanung.
  2. Quartal = Objective und Key Results. Aus dem Jahresziel leitest du das eine Ding ab, das es in diesen drei Monaten am meisten voranbringt. Für Lena die planbare Auftragslage, nicht die Website, nicht der Kurs. Dazu drei Key Results mit gemessenem Startwert, nicht geschätzt, und einem Zielwert, bei dem 0,7 schon gut wäre.
  3. Monat = Zwischenstand. Für jede Zahl notierst du, wo sie am Monatsende stehen soll. Für Lena heißt das Ende Oktober 30 Prozent Umsatzanteil, 2 Anfragen und ein geführtes Gespräch über eine Pauschale. So merkst du nach vier Wochen, ob das Tempo reicht.
  4. Woche = Initiativen. Erst hier tauchen Aufgaben auf. Eine Initiative ist eine Handlung, die ein Key Result bewegen soll, zwei oder drei pro Woche. In Woche eins spricht Lena drei Bestandskunden auf eine Pauschale an und veröffentlicht eine Fallstudie. Am Ende der Woche prüfst du im Wochenrückblick, was sich an den Zahlen getan hat. Der Rückblick trennt Aktivität von Fortschritt. Bewegt sich die Zahl nicht, war die Initiative falsch, nicht das Ziel. Gib dem Rückblick einen festen Termin.
  5. Tag = eine Handlung. Aus der Wocheninitiative wird ein konkreter Schritt für heute. Am Montag eine Mail an den ersten Bestandskunden. Ein Jahresziel scheitert selten am Willen. Es scheitert daran, dass am Montagmorgen niemand weiß, was es heute bedeutet.
Tabelle mit den Spalten Ebene, OKR-Begriff und Beispiel für die fünf Ebenen Jahr, Quartal, Monat, Woche und Tag. Das Jahr gibt die Richtung vor, das Quartal trägt Objective und Key Results, der Monat den Zwischenstand, die Woche die Initiativen, der Tag eine Handlung.
OKR in der Zielkette, gezeigt am zweiten Beispiel mit dem Website-Objective. Das Quartal ist das einzige Glied, das Objective und Key Results trägt.

Damit hängt jedes Ziel an genau einem größeren Ziel, und das geht auf Papier. Führst du die Kette lieber in einer App, dann ist Gaapp danach gebaut. Jedes Ziel hat dort genau ein größeres über sich, der Wochenrückblick fragt nach dem Stand der Key Results, und Räume bündeln Ziele für dich allein, zu zweit, für die Familie oder das Team.

OKR-Vorlage

Wenn du jetzt anfangen willst, brauchst du keine leere Seite. Die OKR-Vorlage enthält ein Jahresziel, ein Objective mit drei Key Results samt Startwert, Zielwert und aktuellem Stand, die Kennzeichnung als Committed oder Aspirational OKR, die Wocheninitiativen und den Rückblick. Du öffnest sie direkt in Gaapp, kannst ihre Struktur aber genauso auf Papier nutzen. Trage zuerst Lenas Beispiel ein, dann dein eigenes Quartal.

Häufige Fragen zur OKR-Methode

Wofür steht OKR?

OKR steht für Objectives and Key Results, auf Deutsch Ziele und Schlüsselergebnisse. Das Objective ist ein qualitativer Satz, der eine Richtung beschreibt. Die Key Results sind zwei bis fünf messbare Werte mit Startwert und Zielwert, an denen du erkennst, ob das Objective erreicht ist.

Welche sind die vier Säulen der OKR-Methode?

Eine feste Definition gibt es nicht, die Listen unterscheiden sich je nach Quelle. Meist sind die vier Superkräfte gemeint, die John Doerr in „Measure What Matters“ beschreibt: Fokus, Ausrichtung, Verfolgung und Anspruch. Sie erklären, warum die Methode wirkt, nicht, wie sie aufgebaut ist. Für eine Einzelperson tragen Fokus und Verfolgung im Alltag am meisten.

Was ist der Unterschied zwischen KPI und OKR?

Ein KPI misst den laufenden Zustand, etwa den Umsatz pro Monat, und hat kein Ablaufdatum. Ein OKR beschreibt eine Veränderung in einem festen Zeitraum, etwa von 20 auf 50 Prozent bis Quartalsende. Ein KPI wird zum Key Result, sobald er sich in diesem Zeitraum ändern soll.

Wie lange dauert ein OKR-Zyklus?

Der übliche Zyklus ist ein Quartal, also rund 13 Wochen. Innerhalb des Quartals gibt es einen wöchentlichen Check-in, am Ende eine Bewertung von 0 bis 1,0 und eine Retro. Bei kleinen Zielen arbeiten viele Einzelpersonen mit Monatszyklen. Ein Jahr als einziger Zyklus ist zu lang, weil der Druck erst im letzten Monat entsteht.

Wie viele OKR sollte ich haben?

Für eine Person reichen ein bis drei Objectives pro Quartal, für den Anfang eines mit drei Key Results. Ein Team kommt mit drei bis fünf Objectives aus. Mehr Ziele verteilen die Aufmerksamkeit, und genau das soll die Methode verhindern.

Funktioniert OKR ohne Team?

Ja, mit zwei Anpassungen. Den Teil der Methode, der Menschen aufeinander ausrichtet, etwa Alignment-Runden und Kaskadierung, lässt du weg. Den Teil, der Fokus und wöchentliche Verfolgung erzeugt, behältst du und hängst ihn in eine Zielkette von Jahr bis Tag. Die Öffentlichkeit des Teams ersetzt du, indem du einer zweiten Person von deinen OKR erzählst.

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