Persönliche Entwicklung
15 min

Bucket List erstellen: 50 Ideen und eine Vorlage

Eine Bucket List ist die Liste der Dinge, die du im Leben noch erleben willst. Anleitung in fünf Schritten, 50 Ideen, Vorlage und Weg zum ersten Termin.

Drei Freunde mit Rucksäcken wandern über einen grasbewachsenen Bergkamm, eine Frau zeigt hinunter ins weite Tal.
Inhalt
  1. 01Was eine Bucket List ist und was sie nicht ist
  2. 02Warum die meisten Bucket Lists in der Schublade enden
  3. 03Bucket List erstellen in fünf Schritten
  4. 04Das Beispiel: Katrins 23 Einträge und drei davon für 2027
  5. 05Bucket List Ideen: 50 Einträge in fünf Gruppen
  6. 06Von der Löffelliste zum Jahresziel: die Bucket List in der Zielkette
  7. 07Bucket List Vorlage: ein Blatt, sieben Spalten
  8. 08Bucket List zu zweit und als Familie
  9. 09Häufige Fragen zur Bucket List

Eine Bucket List ist die Liste der Dinge, die du erlebt, gesehen oder gekonnt haben willst, bevor du stirbst. Auf Deutsch heißt sie Löffelliste. Sie ist kein Wunschzettel. Ein Wunschzettel ist für andere geschrieben und wartet darauf, erfüllt zu werden. Eine Bucket List ist für dich geschrieben und wartet darauf, dass du einen Eintrag mit einem Datum versiehst.

Drei Dinge brauchst du dafür: eine Liste, die groß genug ist, eine Auswahl, die klein genug ist, und einen Termin, an dem der erste Eintrag beginnt. Durchgerechnet wird das an der Liste von Katrin, 44, Projektleiterin in einer Spedition, zwei Kinder, deren Vater im Frühjahr mit 71 einen Herzinfarkt überstanden hat. Dazu kommen 50 Bucket List Ideen in fünf Gruppen, eine Vorlage mit sieben Spalten und die drei Fehler, an denen die meisten Listen in der Schublade enden.

Was eine Bucket List ist und was sie nicht ist

Eine Bucket List ist eine persönliche Liste von Erlebnissen, Fähigkeiten und Begegnungen, die du in deinem Leben noch haben willst. Drei Merkmale sind fest: Sie ist offen, du darfst jederzeit ergänzen und streichen. Sie ist persönlich, kein Eintrag muss jemandem gefallen. Und sie ist endlich, denn ihr Maßstab ist deine Lebenszeit. Genau dieses dritte Merkmal fehlt dem Wunschzettel. Wer wünscht, der wartet. Wer eine Bucket List führt, der plant.

Verwechselt wird sie mit drei Nachbarn. Die Wunschliste sammelt Dinge, die man kaufen kann. Die To-do-Liste sammelt Aufgaben, die erledigt werden müssen. Das Vision Board zeigt ein Bild vom Leben, wie es sein soll. Alle drei sind nützlich. Nur steht auf keinem von ihnen ein Erlebnis mit Verfallsdatum. Die Bucket List ist für genau das gebaut: für Dinge, die nur du für dich tun kannst und für die die Zeit irgendwann abläuft.

Warum sagt man Bucket List? Die Herkunft des Begriffs

Der Name kommt von der englischen Redewendung „to kick the bucket“, den Eimer wegtreten, und das heißt: sterben. Francis Grose führt sie 1785 in seinem Wörterbuch der englischen Umgangssprache auf, woher das Bild stammt, ist bis heute umstritten. Eine Bucket List ist also wörtlich die Liste für die Zeit, bevor der Eimer fällt. Weltweit bekannt wurde das Wort 2007 durch den Film „The Bucket List“ von Rob Reiner mit Jack Nicholson und Morgan Freeman, in Deutschland lief er als „Das Beste kommt zum Schluss“. Zwei todkranke Männer schreiben auf, was sie noch erleben wollen, und reisen los. Der Drehbuchautor Justin Zackham hatte zuvor eine solche Liste für sich selbst geschrieben. Seit dem Film steht der Begriff in den Wörterbüchern.

Was ist eine Bucket List auf Deutsch? Die Löffelliste

Auf Deutsch heißt die Bucket List Löffelliste. Das Wort folgt derselben Logik, denn „den Löffel abgeben“ ist die deutsche Umschreibung für sterben. Die Löffelliste ist damit keine freie Übersetzung, sondern eine genaue. Im Alltag hat sich trotzdem der englische Begriff durchgesetzt, in Deutschland wird er rund fünfzigmal häufiger gesucht als das deutsche Wort. Das bedeutet: Du kannst beide Wörter verwenden, gemeint ist dasselbe. Wer das deutsche Wort mag, der schreibt Löffelliste über sein Blatt. Die Regeln bleiben gleich.

Warum die meisten Bucket Lists in der Schublade enden

Eine Liste zu schreiben ist ein guter Abend. Du sitzt mit einem Glas Wein am Tisch, die Einträge kommen schnell, und am Ende stehen 30 Zeilen auf dem Blatt, die sich wie ein Versprechen anfühlen. Das ist der schöne Teil. Der Fehler passiert danach: Das Blatt wandert in die Schublade, und zwei Jahre später steht noch dasselbe darauf. Sammeln ist eine gute Übung. Es bewegt nur nichts.

Gabriele Oettingen hat in zwanzig Jahren Forschung gezeigt, warum das so ist. In „Die Psychologie des Gelingens“ von 2014 beschreibt sie, dass das bloße Ausmalen einer Wunschzukunft die Energie senkt, sie zu erreichen. Der Kopf hat das Erlebnis schon gehabt, der Körper entspannt sich. Wer sich die Nordlichter nur vorstellt, der bucht seltener den Flug. Was hilft, ist der Blick auf das Hindernis: Was steht zwischen mir und dem Eintrag, und was tue ich, wenn es auftaucht? Peter Gollwitzer nennt diese Wenn-dann-Pläne seit 1999 Implementation Intentions, und sie sind der Grund, warum ein Eintrag mit Datum häufiger stattfindet als ein Eintrag ohne.

Dazu kommen drei Fehler, die fast jede Liste trägt:

  • Alles ist gleich groß. „Mehr lachen“ steht neben „Kilimandscharo besteigen“. Das eine ist eine Haltung, das andere braucht 3.000 Euro und sechs Monate Training. Eine Liste, die beides gleich behandelt, kann weder das eine noch das andere planen.
  • Kein Eintrag hat einen Preis. Weder in Euro noch in Tagen. Ohne Preis bleibt jeder Eintrag ein Traum, und Träume lassen sich nicht in einen Kalender eintragen. Mit Preis wird aus „irgendwann Japan“ eine Zahl, die in ein Jahr passt oder nicht.
  • Kein Eintrag ist der nächste. Dreißig Einträge und kein erster. Wer alle gleichzeitig will, der fängt mit keinem an. Die Liste braucht eine Rangfolge, und die Rangfolge braucht ein Jahr.

Der häufigste Fehler: Die Liste ist das Ziel

Viele behandeln die fertige Liste als Ergebnis. Dreißig Einträge, schön geschrieben, abgelegt. Die Liste ist aber nur der Vorrat. Das Ergebnis ist der erste Eintrag mit einem Datum im Kalender. Wer das verwechselt, der hat eine schöne Liste und ein Leben, das daneben weiterläuft.

Bucket List erstellen in fünf Schritten

Für die Liste brauchst du einen Abend und ein Wochenende später eine Stunde. Der Abend sammelt, die Stunde entscheidet. Beides an einem Tag zu machen funktioniert selten, weil die Auswahl einen kühlen Kopf braucht und das Sammeln einen warmen. So verteilst du die Zeit:

  1. Sammeln, ein Abend

    Schreibe alles auf, was dir einfällt, ohne Preis, ohne Prüfung, ohne Reihenfolge. Fünf Fragen helfen, wenn der Stift stockt: Wovon erzähle ich seit Jahren? Was habe ich mit zwölf gewollt? Wen will ich noch einmal sehen? Was will ich können, nicht nur gesehen haben? Was würde ich bereuen, wenn morgen Schluss wäre? Zwanzig bis vierzig Einträge sind normal.

  2. In fünf Gruppen sortieren, zwanzig Minuten

    Reisen und Orte, Können und Lernen, Menschen, Körper und Mut, Geben und Spuren. Jeder Eintrag bekommt eine Gruppe. Eine Liste mit 18 Reisen und keinem Menschen zeigt dir etwas über dich, bevor du etwas davon gemacht hast.

  3. Jeden Eintrag bepreisen, zwanzig Minuten

    Zwei Zahlen je Zeile: ungefähr Euro und ungefähr Zeit, in Tagen oder Wochen. Grob reicht, es geht um Größenordnungen. Jetzt siehst du, welche Einträge ein Wochenende kosten und welche ein Jahr.

  4. Drei für das nächste Jahr wählen, zehn Minuten

    Nicht die größten, nicht die billigsten, sondern drei, die zusammen in ein Jahr passen und aus mindestens zwei Gruppen kommen. Drei ist eine Obergrenze. Wer fünf wählt, der schafft zwei.

  5. Jedem der drei einen Monat geben, zehn Minuten

    Ein Monat je Eintrag, in dem er stattfindet oder fertig ist. Damit wird aus der Liste ein Jahresplan. Der erste Schritt zum ersten Eintrag kommt noch diese Woche in den Kalender, sonst war die Stunde nur ein zweiter schöner Abend.

Ablauf zum Erstellen einer Bucket List in fünf Schritten: sammeln, in fünf Gruppen sortieren, bepreisen, drei für das Jahr wählen, jedem einen Monat geben

Die fünf Schritte dauern zusammen rund zwei Stunden, verteilt auf zwei Tage. Das ist weniger Zeit, als die meisten in die Planung eines Wochenendausflugs stecken. Kurz gesagt: Ein Abend für die Liste, eine Stunde für das Jahr, ein Kalendereintrag für die Woche.

Das Beispiel: Katrins 23 Einträge und drei davon für 2027

Katrin ist 44, leitet Projekte in einer Spedition mit 40 Stunden pro Woche, ihre Kinder sind zwölf und 15. Im März hatte ihr Vater mit 71 einen Herzinfarkt. Er hat ihn überstanden, und im Krankenhaus hat er zum ersten Mal gesagt, dass er die Nordlichter nie gesehen hat, obwohl er seit vierzig Jahren davon spricht. Zwei Wochen später saß Katrin mit einem Blatt am Küchentisch. An einem Abend kamen 23 Einträge zusammen. Acht davon stehen hier mit Gruppe, Preis und Jahr:

EintragGruppeKostenZeitWann
Nordlichter sehen, mit ihrem VaterReisen und Orte3.200 Euro für zwei6 TageMärz 2027
Halbmarathon laufen, unter 2:15Körper und Mut60 Euro Startgeld16 Wochen TrainingOktober 2027
Ein Wochenende allein mit jedem KindMenschen400 Eurozwei mal 2 TageMai und September 2027
Gymnopédie Nr. 1 von Satie auswendig spielenKönnen und Lernen900 Euro Unterricht12 Monate, 20 Minuten am Tag2028
Die Rezepte der Großmutter als Buch für die FamilieGeben und Spuren150 Euro Druck30 Stunden2028
Segelschein machenKönnen und Lernen1.500 Euro2 Wochen2029
Japan zur Kirschblüte, drei WochenReisen und Orte7.000 Euro3 Wochen2031, nach dem Abitur des Jüngsten
Drei Tage allein wandern, ohne TelefonKörper und Mut300 Euro3 Tagejedes Jahr ab 2027
Alle 23 Einträgefünf Gruppenrund 38.000 Eurorund 30 Wochen2027 bis 2035
Acht von Katrins 23 Einträgen, bepreist in Euro und Zeit, mit Jahr

Die Summe hat Katrin überrascht. 38.000 Euro und 30 Wochen klingen nach viel, verteilt auf neun Jahre sind es gut 4.000 Euro und drei bis vier Wochen pro Jahr. Das ist ein Urlaubsbudget, kein Lottogewinn. Das bedeutet: Die Liste ist bezahlbar, nur nicht auf einmal. Wer sie als Ganzes anschaut, der erschrickt. Wer sie durch die Jahre teilt, der sieht einen Plan.

Für 2027 hat Katrin drei Einträge gewählt. Die Nordlichter mit ihrem Vater im März, weil er 72 wird und das Zeitfenster kleiner wird. Das Wochenende mit jedem Kind, weil der Ältere in drei Jahren auszieht. Und den Halbmarathon, weil sie seit dem Infarkt ihres Vaters wissen will, was ihr eigener Körper kann. Drei Gruppen, 3.660 Euro, zehn Reisetage und 16 Wochen Training. Japan bleibt auf der Liste und bekommt das Jahr 2031, weil es dann ohne Schulferien geht und der Preis fällt. Streichen musste sie zwei Einträge: „Mal ein Buch schreiben“ war kein Erlebnis, sondern ein Gefühl, und den Fallschirmsprung wollte eigentlich ihr Bruder.

Bucket List Ideen: 50 Einträge in fünf Gruppen

Die fünf Fragen aus Schritt eins reichen für die meisten. Wer trotzdem vor einem leeren Blatt sitzt, der liest die 50 Ideen hier als Vorrat, nicht als Vorgabe. Zehn je Gruppe, bewusst gemischt aus groß und klein, teuer und kostenlos. Übernimm nur, was beim Lesen einen Ruck gibt. Alles andere ist der Eintrag von jemand anderem.

Reisen und Orte

  • Die Nordlichter sehen, an einem Ort ohne Straßenlaternen
  • Eine Nacht in der Wüste unter freiem Himmel schlafen
  • Mit dem Zug von der Haustür bis ans Meer fahren, ohne Flugzeug
  • Den Ort besuchen, aus dem deine Großeltern stammen
  • Einen Vulkan besteigen und in den Krater schauen
  • Eine Woche auf einer Insel ohne Autos verbringen
  • Eine Stadt besuchen, deren Sprache du nicht sprichst, und dich eine Woche durchfragen
  • Den Sonnenaufgang auf einem Berg erleben, den du zu Fuß erreicht hast
  • In allen 16 Bundesländern mindestens eine Nacht geschlafen haben
  • Einen Freund besuchen, der vor zehn Jahren ausgewandert ist

Können und Lernen

  • Ein Musikstück auswendig spielen, das du seit Jahren liebst
  • Eine Sprache so weit lernen, dass du im Restaurant ohne Englisch bestellst
  • Brot backen, bis es so schmeckt wie das deiner Kindheit
  • Segeln, Tauchen oder Klettern lernen, mit Schein
  • Ein Möbelstück bauen, das du zwanzig Jahre benutzt
  • Eine Rede vor mehr als 100 Menschen halten
  • Zehn Gedichte auswendig können
  • Einen Garten anlegen und ein Jahr lang davon essen
  • Das Lieblingsgericht deiner Mutter kochen können, ohne Rezept
  • Ein Handwerk lernen, das dein Großvater konnte

Menschen

  • Ein Wochenende allein mit jedem deiner Kinder verbringen
  • Deinen Eltern die Fragen stellen, die du nie gestellt hast, und die Antworten aufnehmen
  • Einen Brief an den Menschen schreiben, dem du am meisten verdankst
  • Alte Freunde nach zwanzig Jahren zu einem Wochenende einladen
  • Mit deinem Partner den Ort besuchen, an dem ihr euch kennengelernt habt
  • Einen Streit beenden, der älter als fünf Jahre ist
  • Einen Menschen zum Essen einladen, der allein ist
  • Deine Geschwister zu einer Reise ohne Eltern und ohne Kinder überreden
  • Den Lehrer finden, der dich geprägt hat, und es ihm sagen
  • Mit deinem Vater oder deiner Mutter die Reise machen, von der sie seit Jahren sprechen

Körper und Mut

  • Einen Halbmarathon oder Marathon laufen
  • Im Winter in einem See schwimmen
  • Drei Tage allein wandern, ohne Telefon
  • Eine Bühne betreten: Chor, Theater oder offene Bühne
  • Ein Jahr ohne Alkohol leben
  • Einen Berg über 3.000 Meter besteigen
  • 100 Kilometer an einem Tag mit dem Rad fahren
  • Reiten, Surfen oder Skifahren lernen, nach 40
  • Einen Monat lang jeden Morgen vor Sonnenaufgang aufstehen
  • Einen Kurs besuchen, in dem du der Schlechteste bist, und bleiben

Geben und Spuren

  • Die Rezepte deiner Familie als Buch drucken lassen
  • Einen Baum pflanzen, den deine Enkel sehen werden
  • Ein Jahr lang regelmäßig an einem Ort ehrenamtlich arbeiten
  • Deine Lebensgeschichte für deine Kinder aufschreiben, zwanzig Seiten reichen
  • Stammzellen oder Blut spenden
  • Einem jungen Menschen ein Jahr lang als Mentor zur Seite stehen
  • Etwas gründen, das ohne dich weiterläuft: Verein, Stammtisch, Lauftreff
  • Eine Patenschaft oder ein Stipendium finanzieren
  • Die Fotos deiner Familie ordnen und beschriften, bevor niemand mehr weiß, wer darauf ist
  • Ein Testament schreiben, in dem steht, was dir wichtig war

Welche zehn Dinge sollte man im Leben gemacht haben? Diese Frage wird oft gestellt, und jede Antwort darauf ist die Liste eines Fremden. Nordlichter, Marathon, Fallschirmsprung, Kirschblüte, ein Buch schreiben: Das sind die Einträge, die auf fast jeder veröffentlichten Liste stehen. Sie stehen dort, weil sie fotogen sind, nicht, weil sie zu dir passen. Wer eine fremde Top 10 abschreibt, der führt die Löffelliste eines anderen.

Bronnie Ware hat als Palliativpflegerin Sterbende begleitet und 2011 in „5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“ aufgeschrieben, was sie am häufigsten gehört hat. An erster Stelle steht nicht die verpasste Reise, sondern der Satz: Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben und nicht das, das andere von mir erwartet haben. Eine abgeschriebene Liste ist genau dieser Fehler, nur auf Papier. Die bessere Frage lautet deshalb: Welche drei Einträge würden mir im Krankenhausbett fehlen?

Von der Löffelliste zum Jahresziel: die Bucket List in der Zielkette

Eine Bucket List ist die oberste Ebene deiner Ziele. Über ihr ist nichts mehr, denn ihr Zeitraum ist dein Leben. Darunter liegt die Kette, die jedes Lebensziel braucht: Jahr, Quartal, Monat, Woche, Tag. Ein Eintrag, der diese Kette nicht durchläuft, bleibt ein Eintrag. Ein Eintrag, der sie durchläuft, wird zu einem Sonntagmorgen um 8 Uhr, an dem du die Laufschuhe anziehst.

Bei Katrins Halbmarathon liest sich die Kette so. Lebensziel ist der Eintrag: einmal einen Halbmarathon laufen. Jahresziel 2027: am 10. Oktober in unter 2:15 im Ziel sein. Quartalsziel für Juli bis September: 15 Kilometer am Stück laufen. Monatsziel September: drei Läufe pro Woche, der längste 18 Kilometer. Wochenziel: drei Läufe, Dienstag 6 Kilometer locker, Donnerstag Intervalle, Sonntag der lange Lauf. Tagesziel am Sonntag: 14 Kilometer, Start um 8 Uhr, bevor die Kinder wach sind.

Zielkette vom Lebensziel Halbmarathon über Jahr, Quartal, Monat und Woche bis zum Tagesziel Sonntagslauf um 8 Uhr

Die Nordlichter laufen anders durch die Kette, weil sie kein Training brauchen, sondern Entscheidungen. Jahresziel: die Reise im März mit dem Vater. Quartalsziel für Oktober bis Dezember 2026: Flug und Unterkunft gebucht, Reisetauglichkeit mit dem Hausarzt des Vaters besprochen. Monatsziel Oktober: drei Angebote vergleichen und mit dem Vater die Woche festlegen. Wochenziel: den Vater anrufen und zwei Terminvorschläge machen. Tagesziel: heute Abend die Verbindung nach Tromsø heraussuchen. Das bedeutet: Der erste Schritt zu einem Lebensziel ist fast immer ein Anruf oder eine Suche, keine Heldentat.

In Gaapp hängt jedes Ziel an einem größeren, vom Jahr bis zum Tag. Die Bucket List ist dort nichts anderes als die Liste, aus der die Jahresziele kommen. Drei Einträge werden zu drei Jahreszielen, jedes Jahresziel bekommt Quartale, Monate und Wochen, und der Fortschritt ist der Anteil der erledigten Ziele je Zeitraum. Wer am Freitag die Woche prüft, der sieht, ob der Sonntagslauf stattgefunden hat, und damit, ob sich das Lebensziel bewegt. Wie du ein Jahresziel sauber herunterbrichst, zeigt der Artikel Jahresziele in Tagesschritte übersetzen, die Grundlagen stehen unter Ziele erreichen.

Und die anderen 20 Einträge? Die bleiben auf der Liste, ohne Jahr oder mit einem groben. Einmal im Jahr, am besten vor der Jahresplanung im Dezember, nimmst du die Liste in die Hand, streichst, ergänzt und wählst die nächsten drei. Wer mit 44 drei Einträge pro Jahr erledigt, der hat die 23 mit 52 abgearbeitet. Bis dahin sind neue dazugekommen, und genau das ist der Sinn der Sache. Wie die Liste in einen Zehnjahresplan mit Phasen passt, zeigt der Artikel Lebensplanung auf einer Seite.

Lebensziel, Jahresziel, Tagesziel

Ein Lebensziel hat kein Datum, nur eine Richtung. Ein Jahresziel hat einen Monat, in dem es fertig ist. Ein Tagesziel hat eine Uhrzeit. Die Bucket List liefert die Lebensziele, die Jahresplanung wählt drei davon aus, und der Kalender macht daraus Uhrzeiten. Wer eine der drei Ebenen überspringt, der hat entweder eine Liste ohne Leben oder ein Leben ohne Liste.

Bucket List Vorlage: ein Blatt, sieben Spalten

Die Vorlage ist eine Tabelle mit sieben Spalten und passt auf ein Blatt im Querformat oder in eine Notiz-App. Jeder Eintrag ist eine Zeile. Die ersten drei Spalten füllst du am Sammelabend, die nächsten drei in der Entscheidungsstunde, die letzte, wenn es so weit ist. Katrins Zeile für die Nordlichter zeigt, wie knapp eine Zeile sein darf.

SpalteFrageBeispiel: Katrin, Nordlichter
EintragWas will ich erlebt, gekonnt oder gegeben haben?Nordlichter sehen, mit meinem Vater
GruppeReisen, Können, Menschen, Körper oder Geben?Reisen und Orte
WarumWas würde mir fehlen, wenn ich es nicht tue? Ein SatzEr spricht seit 40 Jahren davon und wird 72
KostenUngefähr in Euro3.200 Euro für zwei Personen
ZeitUngefähr in Tagen, Wochen oder Monaten6 Tage Reise, zwei Abende Planung
Jahr und MonatWann findet es statt oder ist es fertig?März 2027
Erledigt amDatum, und ein Satz, wie es waroffen
Bucket List Vorlage mit sieben Spalten, ausgefüllt mit Katrins erstem Eintrag

Die Spalte „Warum“ ist die wichtigste und wird am häufigsten weggelassen. Ein Eintrag ohne Warum überlebt die erste Streichrunde selten, und das ist gut so. Die Spalte „Erledigt am“ ist die zweitwichtigste. Eine Liste, auf der nach drei Jahren nichts abgehakt ist, hat kein Problem mit Zeit oder Geld, sondern mit Schritt vier. Fertige Zielpakete, die ein Jahresziel bis zum Tag herunterbrechen, findest du unter Vorlagen.

Bucket List zu zweit und als Familie

Eine gemeinsame Bucket List folgt denselben fünf Schritten, mit einer Änderung: Jeder sammelt zuerst allein. Wer gemeinsam am Tisch sammelt, der schreibt die Liste des Lauteren. Erst wenn beide Blätter voll sind, legt ihr sie nebeneinander und sucht die Schnittmenge. Bei Paaren sind das meist drei bis fünf Einträge. Dazu kommt je ein eigener Eintrag pro Jahr, den der andere unterstützt, ohne mitzumachen. Katrins Mann läuft keinen Halbmarathon. Er übernimmt an den Sonntagen das Frühstück.

Als Familie wird die Liste kleiner und näher. Kinder unter zwölf denken in Monaten, nicht in Jahrzehnten. Ein Familieneintrag ist deshalb etwas, das im nächsten Jahr stattfindet: eine Nacht im Zelt im Garten, ein Tag, an dem die Kinder die Route bestimmen, ein Besuch bei den Großeltern ohne Eltern. Katrin hat mit ihren Kindern drei Familieneinträge für 2027 gewählt, die neben ihren drei eigenen laufen. Wie ihr gemeinsame Ziele so führt, dass jeder seine sieht, steht im Artikel Gemeinsame Ziele im Raum.

Drei Fragen zum Schluss, an deine Liste, falls du schon eine hast:

  • Kannst du die drei Einträge nennen, die in den nächsten zwölf Monaten dran sind, ohne nachzusehen?
  • Hat jeder dieser drei einen Monat und einen ersten Schritt im Kalender?
  • Hast du in den letzten zwei Jahren einen Eintrag gestrichen, weil er nicht mehr zu dir passt?

Wer eine der drei Fragen mit Nein beantwortet, der hat keine zu kleine Liste, sondern eine ohne Kette. Kurz gesagt: Eine Bucket List ist keine Sammlung von Träumen, sondern ein Vorrat an Jahreszielen.

Häufige Fragen zur Bucket List

Was ist eine Bucket List auf Deutsch?

Auf Deutsch heißt die Bucket List Löffelliste. Beide Wörter kommen von einer Umschreibung für sterben: im Englischen „to kick the bucket“, im Deutschen „den Löffel abgeben“. Gemeint ist eine Liste der Dinge, die du erlebt, gekonnt oder gegeben haben willst, bevor dein Leben endet. Im Alltag hat sich der englische Begriff durchgesetzt, die Regeln sind für beide gleich.

Welche 10 Dinge sollte man im Leben gemacht haben?

Es gibt keine zehn Dinge, die für alle gelten. Veröffentlichte Top-10-Listen nennen fast immer dieselben Einträge: Nordlichter, Marathon, Fallschirmsprung, eine große Reise, ein Buch. Sie stehen dort, weil sie fotogen sind. Stell dir stattdessen die fünf Fragen aus Schritt eins, allen voran: Was würde ich bereuen, wenn morgen Schluss wäre? Die Antworten darauf sind deine zehn Dinge.

Warum sagt man Bucket List?

Der Begriff kommt von der englischen Redewendung „to kick the bucket“, die seit dem 18. Jahrhundert für sterben steht. Eine Bucket List ist die Liste für die Zeit davor. Bekannt wurde das Wort 2007 durch den Film „The Bucket List“ mit Jack Nicholson und Morgan Freeman, auf Deutsch „Das Beste kommt zum Schluss“. Seitdem steht es in den Wörterbüchern.

Welche drei Dinge sollte man im Leben tun?

Wenn du drei nimmst, dann je eines aus drei Gruppen: etwas, das du können willst, einen Menschen, mit dem du Zeit verbringen willst, und einen Ort, den du sehen willst. Katrin hat für 2027 den Halbmarathon, das Wochenende mit jedem Kind und die Nordlichter mit ihrem Vater gewählt. Drei aus verschiedenen Gruppen passen in ein Jahr, drei Reisen meist nicht.

Wie viele Einträge sollte eine Bucket List haben?

Beim Sammeln so viele, wie dir an einem Abend einfallen, meist 20 bis 40. Für die Umsetzung zählt nur die Zahl drei: drei Einträge für das nächste Jahr, jeder mit einem Monat. Eine Liste mit 100 Einträgen ist nicht besser als eine mit 20, wenn keiner davon ein Datum hat. Streichen gehört dazu, einmal im Jahr vor der Jahresplanung.

Wie erstelle ich eine Bucket List, wenn mir nichts einfällt?

Beginne mit den fünf Fragen: Wovon erzähle ich seit Jahren? Was habe ich mit zwölf gewollt? Wen will ich noch einmal sehen? Was will ich können? Was würde ich bereuen? Lies danach die 50 Ideen oben und übernimm nur, was beim Lesen einen Ruck gibt. Zehn Einträge reichen für den Anfang, die Liste wächst, sobald der erste erledigt ist.

Zuletzt aktualisiert: 14. Oktober 2026

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