Eisenhower-Matrix: wichtig und dringend trennen
Die Eisenhower-Matrix trennt wichtig von dringend in vier Feldern. Anleitung in fünf Schritten, Beispiel mit Zahlen, Vorlage und der Weg in den Wochenplan.

Inhalt
- 01Was die Eisenhower-Matrix besagt: zwei Fragen, vier Felder
- 02Wichtig oder dringend: der Unterschied, den jede Liste verwischt
- 03Warum es Eisenhower-Prinzip heißt und wer die Matrix erfunden hat
- 04Die Eisenhower-Methode in fünf Schritten
- 05Eisenhower-Matrix Beispiel: Lenas Montag in vier Feldern
- 06Die drei Fehler, die niemand bemerkt
- 07Vor- und Nachteile der Eisenhower-Matrix
- 08Die Eisenhower-Matrix in der Zielkette: Jahr, Quartal, Monat, Woche, Tag
- 09Eisenhower-Matrix Vorlage: ein Blatt, vier Felder, eine Spalte für die Konsequenz
- 10Häufige Fragen zur Eisenhower-Matrix
Die Eisenhower-Matrix ist kein Sortierkasten für Aufgaben, sondern ein Entscheidungsraster: Jede Aufgabe beantwortet zwei Fragen, ob sie wichtig ist und ob sie dringend ist, und landet damit in einem von vier Feldern. Jedes Feld hat genau eine Konsequenz: sofort erledigen, einplanen, abgeben oder streichen. Wer die Felder nur füllt, der hat eine hübschere To-do-Liste. Wer die Konsequenz zieht, der hat einen anderen Tag.
Drei Dinge brauchst du dafür: eine saubere Definition von wichtig, einen festen Zeitpunkt zum Einsortieren und einen Maßstab, an dem sich wichtig überhaupt messen lässt. Durchgerechnet wird das an einem Montag von Lena, die als selbständige Webdesignerin mit zwei Kindern 25 Stunden pro Woche arbeitet und zwölf Aufgaben auf dem Zettel hat. Dazu kommen die fünf Schritte der Eisenhower-Methode, eine Vorlage, die Herkunft des Namens und die drei Fehler, an denen die Matrix nach zwei Wochen wieder in der Schublade liegt.
Was die Eisenhower-Matrix besagt: zwei Fragen, vier Felder
Die Eisenhower-Matrix besagt, dass wichtig und dringend zwei verschiedene Eigenschaften sind und dass die Dringlichkeit einer Aufgabe nichts über ihre Bedeutung verrät. Aus den zwei Fragen entstehen vier Felder. Jedes Feld bekommt eine Handlung, nicht nur einen Namen. Genau das unterscheidet eine Matrix von einem Sortierkasten.
| Feld | Wichtig | Dringend | Konsequenz | Beispiel bei Lena |
|---|---|---|---|---|
| Feld 1 | ja | ja | Sofort selbst erledigen, so klein wie möglich halten | Der Online-Shop einer Kundin zeigt seit heute Morgen einen Fehler |
| Feld 2 | ja | nein | Einplanen: fester Termin im Kalender, geschützter Block | Angebot für den ersten Pflegevertrag schreiben, Abgabe Freitag |
| Feld 3 | nein | ja | Abgeben, verkürzen oder bündeln | 23 E-Mails im Posteingang, Webinar heute um 14 Uhr |
| Feld 4 | nein | nein | Streichen oder bewusst auf eine Später-Liste | Newsletter-Tool wechseln, drei Instagram-Posts nachholen |

Die Nummerierung ist keine Reihenfolge der Bearbeitung. Feld 1 kommt zuerst dran, weil es brennt, aber ein guter Tag besteht nicht aus Feld 1. Er besteht aus Feld 2. Dort liegen die Aufgaben, die deine Ziele voranbringen und die niemand von dir verlangt: das Angebot, die Weiterbildung, das Gespräch, das keinen Termin hat. Stephen R. Covey nennt dieses Feld 1989 in „Die 7 Wege zur Effektivität“ den zweiten Quadranten und beschreibt ihn als das Herz wirksamer Selbstführung. Das bedeutet: Die Matrix ist dann richtig benutzt, wenn Feld 2 den größten Block deines Tages bekommt und Feld 1 mit jeder Woche kleiner wird.
Wichtig oder dringend: der Unterschied, den jede Liste verwischt
Dringend ist eine Eigenschaft der Uhr. Wichtig ist eine Eigenschaft deines Ziels. Eine normale To-do-Liste kennt nur die erste Eigenschaft, weil sie nach Fälligkeit sortiert, und so fühlt sich am Ende des Tages alles erledigt an, was laut war. Die Matrix stellt die zweite Frage dazu und zwingt dich, sie für jede Aufgabe einzeln zu beantworten. Wer kein Ziel hat, der kann die zweite Frage nicht beantworten. Dann entscheidet die Uhr allein.
Was wichtig heißt
Wichtig ist eine Aufgabe, wenn ihr Ergebnis auf ein Ziel einzahlt, das du selbst gesetzt hast: ein Tagesziel, ein Wochenziel, ein Monatsziel. Nicht wichtig ist, was nur jemand anderes gerade braucht oder was sich nur so anfühlt, weil es im Posteingang oben steht. Diese Definition ist streng, und sie muss es sein, denn ohne sie landet jede Aufgabe in Feld 1.
Dringend ist eine Aufgabe, wenn sich ihr Zeitfenster schließt, egal wem das Ergebnis gehört. Die Steuererklärung bis zum Zehnten ist dringend. Der Anruf, der gerade klingelt, fühlt sich dringend an, ist es aber oft nicht. Dringlichkeit entsteht durch Kanäle: Telefon, Chat, Posteingang, ein Kollege in der Tür. Jeder Kanal liefert sein Anliegen mit einer eingebauten Eile aus. Wer eine Aufgabe als wichtig empfindet, nur weil sie laut ist, der verwechselt Lautstärke mit Gewicht.
Bei Lena sieht das so aus: Der kaputte Shop ihrer Kundin ist beides, wichtig, weil die Kundin zahlt und weiterempfiehlt, und dringend, weil jede Stunde Umsatz kostet. Das Webinar um 14 Uhr ist nur dringend, weil es heute stattfindet. Das Angebot für den Pflegevertrag ist nur wichtig, weil es bis Freitag Zeit hat und niemand danach fragt. Welche der drei Aufgaben bleibt an einem vollen Montag ohne Matrix am ehesten liegen? Das Angebot. Es ist die einzige, die sich nicht meldet.
Warum es Eisenhower-Prinzip heißt und wer die Matrix erfunden hat
Der Name geht auf Dwight D. Eisenhower zurück, General im Zweiten Weltkrieg und von 1953 bis 1961 Präsident der Vereinigten Staaten. In einer Rede an der Northwestern University im Jahr 1954 zitierte er einen früheren Hochschulpräsidenten mit dem Satz, er habe zwei Arten von Problemen, die dringenden und die wichtigen, und die dringenden seien nicht wichtig, während die wichtigen nie dringend seien. Das ist der ganze Ursprung. Die vier Felder hat Eisenhower nie gezeichnet, und ob er selbst mit einem Raster gearbeitet hat, ist nicht belegt. Belegt ist der Satz. Er reicht, um das Prinzip zu tragen.
Zur Matrix wurde der Satz erst Jahrzehnte später. Stephen R. Covey hat die vier Quadranten 1989 in „Die 7 Wege zur Effektivität“ gezeichnet und mit der Zeitmanagement-Lehre verbunden, 1994 in „Der Weg zum Wesentlichen“ noch einmal vertieft. Im deutschen Sprachraum hat Lothar Seiwert das Eisenhower-Prinzip ab den 1980er Jahren in seinen Büchern zum Zeitmanagement bekannt gemacht, neben der ABC-Analyse und der Pareto-Regel. Das bedeutet: Eisenhower-Prinzip, Eisenhower-Methode, Eisenhower-Matrix und Dringend-wichtig-Matrix sind vier Namen für dasselbe Werkzeug. Wer nach einem der vier sucht, der findet dieselben zwei Fragen.
Warum trägt ausgerechnet ein General den Namen? Weil das Zitat eine Haltung beschreibt, die in seiner Biografie sichtbar wird: Wer Großes plant, der muss sich vor dem Dringenden schützen, sonst frisst der Tag die Planung. Für dich heißt das weniger heroisch: Das Angebot für Freitag braucht einen Schutzraum, sonst gewinnt der Posteingang.
Die Eisenhower-Methode in fünf Schritten
Die Methode braucht zehn Minuten, am besten am Vorabend oder morgens vor der ersten E-Mail. Bereit liegen alle Aufgaben des Tages, eine Schätzung in Minuten je Aufgabe und dein aktuelles Wochenziel. Ohne Wochenziel geht Schritt zwei nicht, denn dann gibt es keinen Maßstab für wichtig. So verteilst du die zehn Minuten:
Alles aufschreiben, zwei Minuten
Jede Aufgabe des Tages auf einen Zettel oder in eine Liste, auch die kleinen und auch die, die du schon drei Tage mitschleppst. Hinter jede Aufgabe eine Schätzung in Minuten. Die Schätzung ist später die wichtigste Zahl, weil sie zeigt, ob der Tag überhaupt reicht.
Wichtig prüfen, drei Minuten
Für jede Aufgabe eine Frage: Zahlt das Ergebnis auf mein Wochenziel oder Monatsziel ein? Ja oder nein, kein Vielleicht. Im Zweifel nein, denn der Zweifel ist meist das Gefühl, das der Absender mitgeliefert hat. Markiere die Ja-Aufgaben.
Dringend prüfen, zwei Minuten
Für jede Aufgabe eine zweite Frage: Was passiert, wenn sie bis übermorgen liegen bleibt? Entsteht ein Schaden für ein Ziel, eine Zusage oder einen Menschen, ist sie dringend. Entsteht nur ein unangenehmes Gefühl, ist sie es nicht.
Konsequenz ziehen, zwei Minuten
Feld 1 kommt als Erstes dran und wird so klein wie möglich gehalten. Feld 2 bekommt einen festen Termin im Kalender, heute oder an einem benannten Tag. Feld 3 wird abgegeben, verkürzt oder zu einem Block gebündelt. Feld 4 wird gestrichen oder wandert sichtbar auf eine Später-Liste.
Feld 2 schützen, eine Minute
Reserviere den größten zusammenhängenden Block des Tages für eine Aufgabe aus Feld 2, bevor Feld 3 ihn besetzt. Trage ihn ein wie einen Kundentermin. Dieser Schritt fehlt in den meisten Anleitungen, und er ist der Grund, warum die Matrix bei vielen nach zwei Wochen nichts mehr verändert.

Zehn Minuten klingen nach wenig für zwölf Entscheidungen. Sie reichen, weil die beiden Fragen kein Nachdenken verlangen, sondern einen Abgleich: Hängt die Aufgabe an meinem Ziel, und schließt sich ein Fenster? Wer länger als 15 Minuten braucht, der sortiert nicht, sondern verhandelt mit sich selbst über Feld 4. Die Verhandlung gewinnt immer das Gefühl. Das bedeutet: Kurz entscheiden, aufschreiben, loslegen.
Eisenhower-Matrix Beispiel: Lenas Montag in vier Feldern
Lena ist 34, selbständige Webdesignerin, zwei Kinder im Kita-Alter, 25 Arbeitsstunden pro Woche, also rund fünf Stunden am Tag zwischen Bringen und Abholen. Ihr Jahresziel: zwei Pflegeverträge mit festem Monatsbetrag, zusammen 2.000 Euro im Monat, damit der Umsatz nicht mehr von Einzelprojekten abhängt. Ihr Quartalsziel für das vierte Quartal: der erste Vertrag ist unterschrieben. Ihr Monatsziel für Oktober: das Angebot an eine Steuerkanzlei ist verschickt und das Portfolio zeigt zwei neue Referenzen. Ihr Wochenziel für KW 41: Angebot fertig bis Freitag. Am Montag, dem 5. Oktober, stehen zwölf Aufgaben auf ihrem Zettel.
| Aufgabe | Geschätzt | Wichtig | Dringend | Feld |
|---|---|---|---|---|
| Shop der Bäckerei zeigt Fehler beim Bezahlen, Kundin hat um 8 Uhr angerufen | 1,5 h | ja | ja | 1 |
| Steuerberaterin zurückrufen wegen Umsatzsteuer-Voranmeldung bis zum Zehnten | 0,5 h | ja | ja | 1 |
| Hosting-Rechnung prüfen, Abbuchung ist fehlgeschlagen | 0,25 h | ja | ja | 1 |
| Angebot für den Pflegevertrag der Steuerkanzlei schreiben, Abgabe Freitag | 2 h | ja | nein | 2 |
| Portfolio um die Referenz der Physiopraxis ergänzen | 2 h | ja | nein | 2 |
| Rechnung für das Septemberprojekt stellen | 0,5 h | ja | nein | 2 |
| 23 E-Mails im Posteingang | 1 h | nein | ja | 3 |
| Ein Freund bittet um einen schnellen Blick auf sein Logo | 0,5 h | nein | ja | 3 |
| Umfrage der Kita zum Elternabend, Frist heute | 0,25 h | nein | ja | 3 |
| Webinar „KI im Webdesign“, heute 14 Uhr | 1 h | nein | ja | 3 |
| Newsletter-Tool wechseln, weil der Preis gestiegen ist | 2 h | nein | nein | 4 |
| Drei Instagram-Posts nachholen | 1,5 h | nein | nein | 4 |
Die Summe der Schätzungen: 13 Stunden für einen Tag mit fünf. Das ist keine Ausnahme, das ist ein normaler Montag. Feld 1 enthält 2,25 Stunden, Feld 2 enthält 4,5 Stunden, Feld 3 enthält 2,75 Stunden, Feld 4 enthält 3,5 Stunden. Ohne Matrix wäre die Reihenfolge klar gewesen: Um 9 Uhr die E-Mails, um 10 Uhr der Shop, um 14 Uhr das Webinar, dazwischen das Logo des Freundes, und um 16 Uhr die Feststellung, dass das Angebot wieder nicht angefangen ist. Mit Matrix sieht der Tag anders aus.
Feld 1 zuerst: Shop reparieren, Steuerberaterin anrufen, Hosting klären, zusammen 2,25 Stunden, bis etwa 11:30 Uhr. Dann Feld 2, und zwar nur eine Aufgabe daraus: das Angebot, zwei Stunden, 11:30 bis 13:30 Uhr, Handy im Flugmodus. Das Portfolio bekommt einen Termin am Dienstag, die Rechnung zehn Minuten am Mittwochmorgen. Feld 3 wird verkürzt: E-Mails um 13:30 Uhr in 20 Minuten statt einer Stunde, die Kita-Umfrage in der Abholschlange am Handy, der Freund bekommt eine Nachricht mit einem Vorschlag für Freitag, das Webinar läuft als Aufzeichnung oder gar nicht. Feld 4 wandert auf die Später-Liste, mit Datum: Newsletter-Tool im November, Instagram, sobald das Angebot raus ist.
Um 14 Uhr holt Lena die Kinder ab. Das Angebot ist zur Hälfte fertig, der Shop läuft, die Kundin ist zufrieden. Die Stunden sind dieselben wie ohne Matrix, 5 Stunden, nicht mehr. Kurz gesagt: Die Matrix hat keine Minute gespart. Sie hat entschieden, wem die Minuten gehören, und zwar bevor der Posteingang es getan hat.
Die drei Fehler, die niemand bemerkt
Die Eisenhower-Matrix scheitert selten an den zwei Fragen. Sie scheitert leise an drei Gewohnheiten, die sich beim Ausfüllen vernünftig anfühlen. Welche ist deine?
- Alles ist wichtig. Wer sein Geschäft oder seine Familie ernst nimmt, dem erscheint zu Recht vieles wichtig. Nur misst die Matrix nichts mehr, wenn acht von zwölf Aufgaben in Feld 1 landen. Die Regel: höchstens drei Aufgaben am Tag in Feld 1. Sind es mehr, fehlt nicht Zeit, sondern der Maßstab, und der heißt Wochenziel.
- Feld 3 als Feld 1 verkleidet. Fremde Dringlichkeit trägt gern das Kostüm der eigenen Wichtigkeit. Der Freund mit dem Logo, die Umfrage mit Frist, das Webinar mit Uhrzeit: Alle drei haben einen Termin, keiner hat ein Ziel von Lena. Die Frage dagegen lautet: Wessen Ziel ist das?
- Feld 2 ohne Termin. Einplanen heißt Kalendereintrag mit Uhrzeit, nicht „diese Woche irgendwann“. Eine Aufgabe in Feld 2 ohne Termin ist eine Aufgabe, die am Donnerstagabend in Feld 1 auftaucht, mit Panik statt mit Ruhe.
Der häufigste Fehler: Feld 1 als Dauerzustand
Feld 1 fühlt sich produktiv an, weil es sichtbar brennt und sichtbar gelöscht wird. Wer jeden Tag nur löscht, der arbeitet hart und kommt seinen Zielen keinen Schritt näher, denn die Ziele liegen in Feld 2. Ohne Frage rutscht Feld 2 in Feld 1, wenn du lange genug wartest: Das Angebot, das heute wichtig und nicht dringend ist, ist am Donnerstagabend wichtig und dringend. Das bedeutet: Feld 1 ist oft nur Feld 2 von letzter Woche. Wer Feld 2 regelmäßig bearbeitet, der hat ein fast leeres Feld 1.
Vor- und Nachteile der Eisenhower-Matrix
Die Stärke der Matrix ist ihre Einfachheit: zwei Fragen, vier Felder, keine Software, in zehn Minuten erledigt. Sie zwingt zu einer Entscheidung je Aufgabe, und sie macht sichtbar, wie viel fremde Dringlichkeit einen Tag füllt. Für Menschen, die mit einer wachsenden Liste in den Tag starten, ist das der erste Schritt, der wirklich etwas verändert.
Die Matrix ist ein gutes Werkzeug. Sie ist nur für etwas anderes gebaut als für die Planung. Drei Grenzen hat sie: Sie setzt ein Ziel voraus, ohne das die Frage nach wichtig ins Leere läuft. Sie ist binär, obwohl Wichtigkeit graduell ist, und zwei Aufgaben in Feld 2 können sich um den Faktor zehn unterscheiden. Und sie ordnet einen Tag, nicht einen Monat, denn die Felder sagen nichts darüber, wie aus einem Jahresziel überhaupt Aufgaben werden. Wer mehr als einen Tag ordnen will, der braucht neben der Matrix eine Zielkette.
| Stärke | Grenze | Was du ergänzt |
|---|---|---|
| Zwei Fragen, in zehn Minuten beantwortet | Setzt ein Wochenziel voraus, sonst ist alles wichtig | Ein Wochenziel, abgeleitet aus dem Monatsziel |
| Macht fremde Dringlichkeit sichtbar | Binär: wichtig oder nicht, keine Rangfolge innerhalb von Feld 2 | Eine Sache je Tag, die in Feld 2 zuerst drankommt |
| Zwingt zu einer Konsequenz je Aufgabe | Ordnet nur den Tag, nicht die Kette dahinter | Zielkette von Jahr bis Tag und ein Rückblick am Freitag |
| Funktioniert auf Papier, im Kalender, in jeder App | Verleitet dazu, Feld 1 als Normalzustand zu akzeptieren | Obergrenze: höchstens drei Aufgaben in Feld 1 |
Die Rangfolge innerhalb von Feld 2 löst eine zweite Regel, die mit der Matrix nichts zu tun hat und trotzdem zu ihr gehört: eine Sache je Tag, die zuerst drankommt. Bei Lena ist das am Montag das Angebot, nicht das Portfolio, obwohl beides in Feld 2 steht. Warum? Weil das Angebot am Wochenziel hängt und das Portfolio erst am Monatsziel. Wie du unter mehreren wichtigen Aufgaben die eine findest, steht im Artikel Warum drei Ziele genug sind. Wie du die eine Sache so formulierst, dass du sie abends abhaken kannst, zeigt der Beitrag zu Tageszielen.
Die Eisenhower-Matrix in der Zielkette: Jahr, Quartal, Monat, Woche, Tag
Die Frage nach wichtig braucht einen Maßstab, und der Maßstab ist eine Kette aus fünf Ebenen: Ein Jahresziel wird in Quartalsziele geteilt, jedes Quartalsziel in Monatsziele, jeder Monat in Wochenziele, jede Woche in Tagesziele. Eine Aufgabe ist wichtig, wenn sie sich an diese Kette hängen lässt. Lässt sie sich nirgends einhängen, ist sie Feld 3 oder Feld 4, egal wie laut sie ist. Damit wird Schritt zwei der Methode von einer Grübelei zu einem Blick.
Bei Lena liest sich die Kette so: Jahresziel zwei Pflegeverträge mit 2.000 Euro im Monat. Quartalsziel ein unterschriebener Vertrag bis Dezember. Monatsziel Angebot verschickt und Portfolio ergänzt. Wochenziel Angebot fertig bis Freitag. Tagesziel am Montag die Leistungsbeschreibung des Angebots. Das Angebot hängt an allen fünf Ebenen. Das Webinar hängt an keiner. Der kaputte Shop hängt an keiner Ebene der Kette und ist trotzdem wichtig, weil er an einer Zusage hängt, die Lena gegeben hat. Das bedeutet: Wichtig ist, was an einem Ziel oder an einer Zusage hängt. Alles andere ist dringend oder gar nichts.
In Gaapp hängt jedes Ziel an einem größeren, vom Jahr bis zum Tag. Die Matrix sitzt am unteren Ende dieser Kette, auf der Tagesebene, und entscheidet, welche der heutigen Aufgaben auf das Tagesziel einzahlen und welche nur Lärm sind. Wie die Kette von oben nach unten gebaut wird, steht in der Anleitung zur Jahresplanung, und warum sie überhaupt funktioniert, im Beitrag Ziele erreichen.
Die Matrix hat eine einzige Kennzahl, und die zählst du am Freitag: Wie viele Stunden dieser Woche lagen in Feld 2? Bei Lena am Montag 2 von 5 Stunden, also 40 Prozent. Am Dienstag mit dem Portfolio-Block werden es mehr. Wer diese Zahl jede Woche notiert, der sieht nach einem Monat, ob der Posteingang oder die Ziele den Kalender regieren. Der Wochenrückblick in zehn Minuten hat dafür einen festen Platz: Die Frage nach Feld 2 ist dort die Frage, was auf das Monatsziel eingezahlt hat.
Wer zu zweit oder im Team plant, der nutzt dieselben zwei Fragen, nur mit einem gemeinsamen Maßstab: Zahlt die Aufgabe auf unser Wochenziel ein? Eine Familie, die am Sonntag die Woche durchgeht, trennt mit der Matrix den Elternabend vom Kindergeburtstag genauso wie Lena das Webinar vom Angebot. Der Maßstab ändert sich, die Fragen bleiben.
Eisenhower-Matrix Vorlage: ein Blatt, vier Felder, eine Spalte für die Konsequenz
Als fertiges Blatt gibt es die Eisenhower-Matrix-Vorlage als PDF zum Ausdrucken, leer und mit Lenas Montag ausgefüllt. Die Vorlage passt auf eine Seite oder in eine Notiz. Sie hat sechs Zeilen: das Wochenziel oben, darunter die vier Felder mit je einer Spalte für Aufgaben und einer für die Konsequenz, unten die Stunden in Feld 2. Die rechte Spalte zeigt Lenas Einträge für den Montag der KW 41, damit du siehst, wie knapp ein Eintrag sein darf.
| Zeile | Frage | Konsequenz | Beispiel: Lena, Montag KW 41 |
|---|---|---|---|
| Wochenziel | Woran messe ich heute wichtig? | Ein Satz, aus dem Monatsziel abgeleitet | Angebot für die Steuerkanzlei fertig bis Freitag |
| Feld 1: wichtig und dringend | Was brennt und hängt an einem Ziel oder einer Zusage? | Sofort, höchstens drei Aufgaben | Shop reparieren, Steuerberaterin, Hosting: 2,25 h bis 11:30 Uhr |
| Feld 2: wichtig, nicht dringend | Was bringt mein Wochenziel voran und meldet sich nicht? | Termin mit Uhrzeit, größter Block des Tages | Angebot 11:30 bis 13:30 Uhr, Portfolio Dienstag, Rechnung Mittwoch |
| Feld 3: dringend, nicht wichtig | Wessen Ziel ist das? | Abgeben, verkürzen, bündeln | E-Mails 20 Minuten um 13:30 Uhr, Umfrage am Handy, Logo am Freitag, Webinar als Aufzeichnung |
| Feld 4: weder noch | Was passiert, wenn ich es nie tue? | Streichen oder Später-Liste mit Datum | Newsletter-Tool im November, Instagram nach dem Angebot |
| Stunden in Feld 2 | Wie viel vom Tag gehörte meinen Zielen? | Zahl notieren, am Freitag zusammenzählen | 2 von 5 Stunden, 40 Prozent |
Fülle die Vorlage am Vorabend aus, nicht morgens zwischen den ersten Nachrichten, denn dann sortiert schon der Posteingang mit. Streiche die vier Felder am Abend nicht durch, sondern zähle nur die Zeile unten. Nach einer Woche hast du fünf Zahlen, nach einem Monat einen Trend. Drei Fragen zum Schluss, an deinen gestrigen Tag:
- Kannst du dein Wochenziel in einem Satz nennen, ohne nachzusehen?
- Wie viele Stunden hast du gestern in Feld 2 verbracht, als Zahl und nicht als Gefühl?
- Welche Aufgabe von gestern hättest du ohne Schaden streichen können, und wer hat sie dir gegeben?
Wer eine der drei Fragen nicht beantworten kann, der hat nicht zu wenig sortiert, sondern zu wenig entschieden. Kurz gesagt: Die Eisenhower-Matrix ist keine Ordnung für deine Aufgaben, sondern eine Entscheidung je Aufgabe, getroffen von dir, bevor die Uhr sie trifft.
Häufige Fragen zur Eisenhower-Matrix
Was besagt die Eisenhower-Matrix?
Die Eisenhower-Matrix besagt, dass wichtig und dringend zwei getrennte Eigenschaften einer Aufgabe sind. Aus den beiden Fragen entstehen vier Felder mit je einer Konsequenz: wichtig und dringend sofort erledigen, wichtig und nicht dringend einplanen, dringend und nicht wichtig abgeben oder verkürzen, weder noch streichen. Der Kern der Methode ist das zweite Feld, denn dort liegen die Aufgaben, die Ziele voranbringen und sich nie von selbst melden.
Was sind die Vor- und Nachteile der Eisenhower-Matrix?
Ihr Vorteil ist die Einfachheit: zwei Fragen, vier Felder, in zehn Minuten ausgefüllt, ohne Software, mit einer klaren Konsequenz je Aufgabe. Ihre Grenzen: Sie setzt ein Ziel voraus, an dem sich wichtig messen lässt, sie unterscheidet nicht zwischen zwei wichtigen Aufgaben, und sie ordnet einen Tag, nicht einen Monat. Wer sie mit einem Wochenziel und einer Sache je Tag kombiniert, gleicht die Grenzen aus.
Warum heißt es Eisenhower-Prinzip?
Weil Dwight D. Eisenhower 1954 in einer Rede an der Northwestern University einen früheren Hochschulpräsidenten zitierte: Die dringenden Probleme seien nicht wichtig und die wichtigen nie dringend. Dieser Satz ist der Kern des Prinzips. Eisenhower-Prinzip, Eisenhower-Methode und Eisenhower-Matrix meinen dasselbe Werkzeug, nur betont der Begriff Prinzip die Haltung und der Begriff Matrix das Raster.
Wer hat die Eisenhower-Matrix erfunden?
Das Zitat stammt aus einer Rede von Dwight D. Eisenhower von 1954, der es selbst einem früheren Hochschulpräsidenten zuschrieb. Die vier Felder als Raster hat Stephen R. Covey 1989 in „Die 7 Wege zur Effektivität“ gezeichnet und bekannt gemacht. Im deutschen Sprachraum hat Lothar Seiwert das Eisenhower-Prinzip in seinen Zeitmanagement-Büchern verbreitet. Eisenhower selbst hat nachweislich nie eine Matrix gezeichnet.
Wie viele Aufgaben gehören in das Feld wichtig und dringend?
Höchstens drei am Tag. Landen regelmäßig mehr dort, fehlt meist nicht die Zeit, sondern der Maßstab, also ein Wochenziel, an dem sich wichtig messen lässt. Ein dauerhaft volles Feld 1 zeigt außerdem, dass Feld 2 zu lange liegen geblieben ist, denn fast jede wichtige und dringende Aufgabe war vorher nur wichtig.
Wie oft sollte ich die Eisenhower-Matrix ausfüllen?
Einmal am Tag, am besten am Vorabend oder morgens vor der ersten Nachricht, in zehn Minuten. Dazu einmal in der Woche ein Blick zurück: Wie viele Stunden lagen in Feld 2? Diese Zahl ist die einzige Kennzahl der Matrix, und sie zeigt nach vier Wochen, ob deine Ziele oder dein Posteingang den Kalender bestimmen.
Zuletzt aktualisiert: 19. Oktober 2026
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